Internationale Speläologische Arbeitsgruppe Alpiner Karst

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 Stand: 10. Jan 2019, 13:36:29

4. bis 11. August 2018, Sägistal:

Alpvogtloch Mausefalle.
Alpvogtloch Mausefalle (Foto: Norbert Marwan).
Vom 4. bis 11. August 2018 fand das ISAAK-Forschungslager im Sägistal mit Höhlenforschern aus der Schweiz, Deutschland und Iran sowie acht(!) Kindern statt.

Das Alpvogtloch wurde mit Stahlseilleitern eingerichtet und die Vermessung der noch offenen Fortsetzungen nach dem P8 begonnen. Die Vermessung konnte noch nicht abgeschlossen werden und wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Der Eingangsschacht im Oberländer wurde neu eingerichtet. Der Eisblock im Eingang des Oberländers ist inzwischen völlig verschwunden. Die neue Abseilstrecke wurde so eingerichtet, daß sie außerhalb von Steinschlag und Wasser ist. Ziel der Neueinrichtung ist, die noch offenen Fragezeichen im Bereich unterhalb des Honigtropfenschachtes abzuklären. In diesem Jahr wurde der Puderzuckergang fotographisch dokumentiert.

Die Höhle O1 wurde nach fast 30 Jahren wieder befahren; jedoch stoppte hier die Tour an der ersten heiklen Kletterstelle. Am Boden nach der Kletterstelle ist ein kleiner Schacht zu sehen, den es laut Vermessung von 1988 eigentlich gar nicht geben sollte. Hier wartet ebenfalls noch Arbeit im nächsten Jahr. Unweit der O1 wurde die Höhle P5 vermessen. Leider endet sie (momentan) nach reichlichen 12 m in einem zu engen Mäander. Links oberhalb davon öffnet sich jedoch eine flache, liegende Spalte, über die man möglicherweise doch noch weiterkommen kann. Die Erkundung konnte jedoch wegen aufkommendem Unwetter nicht fortgesetzt werden (Arbeiten im Sektor P scheinen das Unwetter magisch anzuziehen, weshalb man den Sektor wohl besser Regensektor nennen sollte). Oberhalb des Wanderweges von der Schynigen Platte zum Faulhorn, im Abschnitt, der durch das Sägistal führt, wurden in der Steilwand zwei Objekte aufgenommen und damit der Sektor Q neu eingeführt. Das neue Objekt Q2 ist ein Mäander, deren Eingang mit einigen räumbaren Steinen verlegt ist, aus dem jedoch ein kräftiger Wind bläßt. Bei einer Wanderung unterhalb der Steilwand der Schränni wurden einige potentielle Höhlen in der Steilwand entdeckt. An der Grenze zwischen Sektoren B und C wurde in der Steilwand die Höhle B18 mit einer Länge von über 10 m aufgenommen. Erkundung steht noch aus.

Im L1 wurde die Engstelle "Hoffen" noch etwas vergrößert und gegen den Zulauf von Wasser weiter abgesichert. Verschiedene Bereiche des L1 wurden fotographiert (Engstellen Hoffen und Bangen, Eingangsmäander, Verließ).

Im Sektor D wurde versucht, einige der ersten aufgenommenen D-Löcher aus den 90er-Jahren wieder zu finden. Immerhin konnte das D21 identifiziert werden, da zwischenzeitlich (2016) als D119 wiederentdeckt wurde.

Für 2019 ist das Sägistal-Lager im Vorfeld des Nationalen Kongresses der Schweiz in Interlaken geplant. Es wird für die Kongress-Teilnehmer die Möglichkeit angeboten, sich an der Forschungswoche zu beteiligen.

Norbert

28. Juli bis 4. August 2018, Lager Harzisboden/ Gstepf:

In diesem Jahr fand das Lager mit 13 Teilnehmern wieder in der Hütte des Ski­Clubs Iseltwald statt.

Eine Befahrung galt der Schweiffihöhle, in der weitere Gänge vermessen wurden. Ein etwa 15 m hoher Schacht endet in einer unbefahrbar engen Fortsetzung. Eine weitere offene Fortsetzung vom letzten Jahr endet als obere Etage im Regensaal. Die insgesamt drei Schwinden in der Höhle sind leider zu eng. Die Länge der Schweiffihöhle beträgt jetzt 233 m mit einer Tiefe von −62 m. In der Hobbithöhle (Schwabhornhöhle) wurden am Ende der Höhle zwei Engstellen mittels Kamerabefahrung auf mögliche Fortsetzungen untersucht. Beide Stellen erwiesen sich als nicht lohnenswert. Im weiteren Verlauf konnten einige unklare Objekte im oberen Fangisalp- und im Marchbachtal geklärt werden.

Eine Prospektion ins Bödeli (Giesbachtal) zeigte an den Ausläufern des Schweiffi zwei Objekte, die noch näher untersucht werden müssen. Mehrere weitere Ansätze in den Steilwänden konnten mit dem Einsatz einer Drohne inspiziert werden und ergaben keine befahrbaren Höhlen. Kurz oberhalb des Bödeli wurde die Quelle südlich des Fangisalbbaches im unteren Fangisalbtal näher untersucht. Diese schüttet mehr Wasser als aus dem Fangisalbbachtal herunter kommt. Die Quelle liegt im Hangschutt und es konnte kein Zugang gefunden werden. Etwa bis 20 m oberhalb hört man noch zwischen den Blöcken durch sehr enge Spalten das Wasser fließen.

Im Jahr 2019 ist, wie das Sägistal-Lager, auch das Lager Gstepf in der Woche vor dem Nationalen Kongresses der Schweiz in Interlaken geplant.

Henning

Juni 2018, Wochenend-Tour Harzisboden/ Gstepf:

Die beim letzten Lager auf Harzisboden/ Gstepf im Sommer 2017 ausgemachte potentielle Höhle im oberen Giesbachtal am Hundsschepf wurde im Rahmen einer Wochenendaktion mit drei Teilnehmern Ende Juni 2018 besucht. Es handelt sich hier um eine zirka 30 cm hohe und 50 cm breite Schichtfuge, aus dessen kompletten Querschnitt Wasser austritt. Im nähren Bereich gibt es weitere Stellen auch oberhalb, aus denen ebenfalls kleine Mengen Wasser austreten.

Henning

22. bis 29. Juli 2017, Lager auf Harzisboden/ Gstepf:

Auch in diesem Jahr fand ein Lager mit 14 Teilnehmern in der Hütte des Skiclubs Iseltwald statt.

Gleich drei Befahrungen fanden in der im letzten Jahr gefundenen Schweiffihöhle statt. Insgesamt wurden knapp 170 m Länge und 62 m Tiefe vermessen, weitere etwa 50 m Gang und mehrere Fortsetzungen sind bekannt. Eine offene Verbindung zur Bärenhöhle wurde nicht gefunden, obwohl nach Vermessung ein Gang der Schweiffihöhle bis auf wenige Meter an die Bärenhöhle herankommt.

Eine Prospektion vom Sattel zwischen Schwabhorn und Fulegg direkt hinab in Fangisalbtal bis kurz vor der Schweiffihöhle ergab erstaunlich viele potentielle Höhleneingänge (Schächte) ähnlich dem der Schweiffihöhle an den Felswänden. Mit dem Fotoapparat wurde weit oben im Giessbachtal ein Bach, der sehr deutlich erkennbar aus einer Höhle kommt, entdeckt. Der Eingang dürfte sich in etwa 2300 m Höhe befinden, etwa 30 Höhenmeter unterhalb des Wanderwegs zwischen Hagelseelwli und Häxeseewli im Hiendertellti am Hundsschepf. Eine weitere Prospektion führte vom Harzisboden ins Marchbachtal nördlich des Hilfenen Richtung Giessbachtal. Durch dichte Nebelwolken selbst im Tal gab es wenig Aussicht auf die Hänge des Hilfenen. Einige Koordinaten nahmen wir noch an den Dolinen auf Leimeren.

Das Wetter hat dieses mal nicht mitgespielt. Bis auf den Sonntag nach der Anfahrt gab es fast jeden Tag reichlich Regen.

Henning

22. bis 29. Juli 2017, Sägistal:

In der letzten Juli-Woche fand das ISAAK-Forschunglager im Sägistal statt. Neben acht Höhlenforschern aus Deutschland und der Schweiz nahmen auch fünf Kinder im Alter von 10…11 Jahren teil und legten so den Schwerpunkt des Lagers auf die Nachwuchsförderung. Leider spielte das Wetter dieses Jahr überhaupt nicht mit und mehrere Tage konnten wegen Dauerregen kaum genutzt werden.

Im O- und P-Sektor wurden mehrere Objekte aufgesucht und Katasterprobleme abgeklärt. Interessante Objekte sind hier nach wie vor die Höhlen P2, P3, P5 und P6, die auf ihre Erforschung warten, jedoch nur mit Sicherung bzw. Seil befahren werden können. Überraschend wurden im Sektor O zwei neue Höhlen gefunden (O16, O17), die mit schräg einfallenden Schächten und deutlicher, akustisch wahrnehmbarer Wasseraktivität recht vielversprechend zu sein scheinen. Der O16 konnte bis zu einer kleinen Kammer befahren werden, von der ein Mäander abgeht, allerdings der Zugang (noch) zu eng ist. Im Sektor C konnten ebenfalls einige Fragezeichen abgeklärt werden.

Im Sektor G wurde begonnen, zu prospizieren. Die von weitem sichtbaren Eingänge im oberen Drittel der Schränni entpuppten sich (wie befürchtet) als Auswitterungen. Allerdings wurden einige interessante Spalten gefunden. In diesem Bereich der Schränni gibt es auch viele große herabgestürzte Blöcke, die kleine Trümmerhöhlen (boulder caves) bilden. Im Anschluß wurde im Sektor E noch ein wenig weiter prospiziert.

Am Schwabhorn wurde der Eingang der Hobbithöhle besucht und auf Harzisboden einige unserer thüringer Kollegen, die zeitgleich Forschungswoche auf Harzisboden/Gstepf machten, getroffen.

Der Besuch im L1 war für die Kinder der Höhepunkt, jedoch aufgrund des nassen Wetters auch sehr feucht: es gab fast überall starke Tropfstellen und auf dem Rückweg war das Desinfektionsbad vollgelaufen, so daß es erstmal ausgeschöpft werden mußte. Der Besuch wurde genutzt, um die Spits am Abstieg zum Verließ zu pflegen und im Rittersaal Fotos zu machen.

Norbert

30. Juli bis 6. August 2016, Lager auf Harzisboden/ Gstepf:

Abseilen zur Schweiffihöhle.
Abseilen zur Schweiffihöhle (Foto: Andrea von Keitz).
Zwei Wochen nach dem Sägistal-Lager fand im benachbarten Harzisboden/Gstepf das diesjährige Lager unserer thüringer und sächsischen Kollegen (wieder in der Hütte des Skiklubs Iseltwald) statt. Neben Untersuchungen kleinerer Objekte (z. B. im Gebiet des Nügfundenlands oder an der Nordseite des Hilfenen) wurde eine sehr interessante neue Höhle auf dem Schweiffi mit potentiell viel Neuland entdeckt: Anhand von Fotos von vorigen Lagern war eine schräg liegende, teilweise aufgeweitete Kluft an der Felswand unterhalb der Einheimischen bekannten Bärenhöhle ins Interesse gerückt. Hier wurde nun etwa 7 m unterhalb des Geländes in der Felswand der Eingang zu einem Schacht entdeckt. Die Klufthöhle wurde daraufhin auf etwa 100 m Länge und etwa 35 m Tiefe befahren. Oberhalb eines weiteren Schachtes war das Seil zu Ende und die weiter Erkundung auf das nächste Jahr verschoben. Abschließend wurden die vorderen Räume der Hobbithöhle befahren sowie einige Fragezeichen zwischen dem Sattel des Schwabhorns und oberhalb der Hobbithöhle erledigt. Die Aussicht auf Neuland in der Schweiffihöhle, deren Vermessung und die Erkundung der offenen Kluft am Hilfenen stellen gute Vorraussetzungen für ein hoffentlich gut besuchtes Lager 2017 dar.

Henning/ Norbert

16. bis 23. Juli 2016, Sägistal:

Im Rittersaal des L1.
Im Rittersaal des L1. (Foto: Norbert).
Nach fünf Jahren Pause haben wir in der Woche vom 16. bis 23. Juli 2016 das Höhlenforscherlager im Sägistal wieder belebt. Diesmal hatten wir nicht nur Unterstützung von der SGH Bern, sondern auch großartige Unterstützung von der SGH Interlaken. Die lange Pause scheint dem Interesse am Sägistal sogar eher zuträglich gewesen zu sein. Am ersten Wochenende hatten wir um die 20 Höhlenforscher   mit Nationalitäten aus Schweiz, Deutschland, Belgien und sogar Kanada. Der Rest der Woche waren etwa 8 bis 10 Höhlenforscher dabei. Für Abwechslung und Unterstützung sorgten auch einige Kinder zwischen 5 und 11 Jahren (von Rolf und Chrigel), die für manche Engstellen die genau richtige Größe (bzw. Kleinheit) hatten.

Nach einer regenreichen Vorwoche mit einer Schneefallgrenze bis unter 1700 m verwöhnte das Wetter unser Sägistal-Lager mit blauem Himmel und Sonne pur. Lediglich Ende der Woche gab es etwas unbeständigeres Wetter und in der Nacht Regen. Das schöne Wetter und die große Anzahl Leute nutzend haben wir in den ersten Tagen auf der Schränni im Sektor D einen großen Abschnitt systematisch prospiziert und etliche Kleinobjekte aufgenommen und bearbeitet. Interessant sind hier eine große Abrißspalte mit über 120 m vermessener Ganglänge (D150, D151) und eine kleine Höhle (D143), die sich am Rand eines Einsturztrichters nach einer kleinen Grabung offenbarte. Der Sektor K wurde besucht und die noch offenen Objekte bearbeitet. Im Anschluß ging es in den Sektor L, wo im L3 der niedrige Schneestand genutzt wurde, um potentielle Fortsetzungen (z. B. in Richtung L1) abzuklären   leider ohne Erfolg: die beiden gefundenen Fortsetzungen sind hoffnungslos verschottert. Sowohl im Sektor D als auch in K und L konnten die vorläufigen Objektbezeichnungen "XX" aus dem Jahr 2000 den eigentlichen Höhlen zugeordnet werden. Bei anderen Höhleneingängen, die im Jahr 2000 mit GPS eingemessen aber bisher nicht wiedergefunden wurden, konnten Fehlerquellen identifiziert werden, so daß beim nächsten Lager (die nun sicher wieder jährlich stattfinden werden) hoffentlich diese auch bearbeitet werden können. In diesem Zusammenhang konnte z. B. die vermißte Höhle B6 "wiedergefunden" werden, die 2002 fälschlicherweise als B17 aufgenommen wurde.

Am Donnerstag wurde der L1 besucht und neben der Fortführung der Fotodokumetation wurde nun endlich der Idioteneinsatz vermessen. Dieser endet momentan an einem "unzeichenbaren" und unpassierbaren Bereich. Allerdings besteht hier Hoffnung, durch gezielten Meißel-Einsatz noch ein paar Meter weiterzukommen. Im L1 bleibt immer noch das Neuland 2008 zu erforschen und zu vermessen. Zum Abschluß der Woche haben wir den Sektor F anprospiziert, der jedoch leider hauptsächlich nur aus verblockten Karrenspalten und Klüften zu bestehen scheint. Hoffentlich ist Sektor G (oberhalb von F) reicher mit Höhlen gesegnet.

Zu erwähnen wäre noch, daß wir ein hübsches Höhlenforscher-Brettspiel kennenlernen und weiterentwickeln durften. Wir sind gespannt, was daraus noch wird. Ein Nebeneffekt beim Erstellen einer neuen Vorlage auf Basis des Oberländers war, daß wir noch einige ungeklärte Fragezeichen in der Oberländer-Höhle entdeckt haben. Außerdem haben wir versucht, uns für die Bergschaft nützlich zu machen. Rund um den Stall haben wir die ausufernden Bestände des Berg-Sauerampfers abgesenst. Wenn das nicht regelmäßig gemacht wird, schrumpft die beweidbare Fläche immer mehr.

Alles in allem war das Lager wieder sehr schön und sehr erfolgreich. Das Interesse am Sägistal scheint bei etlichen Leuten geweckt worden zu sein, was Hoffnung auf eine neue Kontinuität macht. Hervorzuheben ist auch die unglaublich gute Konstellation, die sich mit Chrigel als Höhlenforscher und Mitglied sowohl in der Bergschaft als auch im Fischereiverein ergibt. Sein unermüdlicher Einsatz beim Organisieren und Durchführen der Materialstransporte bereits vor dem Lager hat letztendlich zu dem guten Lager beigetragen, wofür ihm und seiner Familie ganz herzlich gedankt ist.

Für das nächste Lager ist die Einrichtung der ersten Schächte im Oberländer und Chessiloch geplant, um die noch unbekannten Schlote im Bereich Büchsebode (Chessiloch) und Mosaikboden/ Gruft/ Namenloser Schacht (Oberländer) zu erforschen. Außerdem wartet das St. Orestloch nach wie vor auf unsere abschließende Bearbeitung der wasserführenden Kaskadenstrecke.

Norbert

2. bis 9. August 2014, Lager auf Harzisboden/ Gstepf:

Nach einem Jahr Pause fand 2014 wieder ein Forschungslager auf der Bättenalp/ Harzisboden statt. Basis war erneut die Hütte des Skiclubs Iseltwald auf dem Gstepf; vielen Dank an Rolf und Megi für die unkomplizierte Abwicklung. Es kamen immerhin insgesamt 15 Teilnehmer plus Wachhund Chessi zusammen. Mitstreiter waren Ralf und Odette, Mareike und Christoph, Henning, Vera, Lotte und Jonathan, Beate und Ingolf, Biggi und "Hase" Jens sowie Mario, Robert und Jens.

Neben diversen mehr oder weniger touristischen Unternehmungen wurde selbstverständlich auch Höhlenforschung betrieben. Im Vordergrund stand dabei die 2012 begonnene Neuaufnahme des Bättenalpschachtes. Der Ausbau wurde nach unten fortgesetzt. Der tiefste erreichte Punkt liegt bei etwa 89 m unter dem Eingang; die vermessene Polygonlänge kann mit 121 m angegeben werden. Nach dem letzten Messpunkt ist das Höhlenende noch nicht erreicht, die Fortsetzung jedoch für normal gebaute Höhlenforscher am Seil einfach zu eng. Einige Meter Seil mussten unterhalb des tiefsten Punktes in der Höhle verbleiben, da diese nach einem Vorstoßversuch nicht mehr geborgen werden konnten. Im Übrigen wurde alles Material ausgebaut und die Bearbeitung beendet.

Im Eiszwerglischacht war zunächst festzustellen, dass die zur Abdeckung installierte Plane nach inzwischen vier Jahren doch deutliche Alterserscheinungen zeigte; ein Längsriss hatte für sehr konzentrierten Ablauf von Schmelz- und Niederschlagswasser in die Spalte gesorgt. Der Schnee- und Eispfropfen lag mit seiner Oberkante etwa 4 … 5 m unter dem Niveau vom August 2012. Die sonst nur mühsam durch den Firn erreichbare, jedoch zu schmale Fortsetzung konnte nach der Abseilstrecke direkt "zu Fuß" erreicht werden. Jedoch zeigt sich auch bei diesem sehr niedrigen Eisstand leider kein befahrbarer Weiterweg.

In der Hobbithöhle wurde die angestrebte Vermessung der Außengrenzen der Gruselhalle durchgeführt. Im Ergebnis ist festzustellen, dass sich die Halle in SW-NE-Richtung auf immerhin 35 m Breite erstreckt. Die Höhe der zu großen Teilen mit riesigen Blöcken gefüllten Halle liegt bei etwa 10 m.

Die Fortsetzung der Oberflächenprospektion oberhalb der Hobbithöhle erbrachte zwar nicht den erhofften "kurzen" Zugang, aber zumindest ein weiteres Objekt, welches noch einer näheren Untersuchung bedarf. Eine weitere Oberflächentour in das Waldgelände unterhalb Harzisboden (Nügfundenland) brachte einige hoffnungsvolle Ansatzpunkte. Die am meisten Erfolg versprechende Stelle wurde wegen des starken kalten Luftzuges mit dem Arbeitsnamen "Klimaanlage" bedacht.

Jens

6. September 2014, Kulturlandschaftpreis für die Botchenalp:

Lottis Alp auf der Botchen ist in diesem Jahr mit dem Kulturlandschaftpreis Oberland-Ost ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt besonders wertvolle Kulturlandschaften. Wir haben zusätzlichen Infos und Fotos von den Höhlen die Nominierung tatkräftig unterstützt. Im Jahr 2007 war mit der Bättenalp bereits eine Alp, in der auch ein ISAAK-Forschungsgebiet liegt, mit dem Kulturlandschaftpreis ausgezeichnet worden.

Mehr Infos: http://www.kulturlandschaftspreis.ch/gewinner/2014/alp-botchen/

4. bis 11. August 2012, Lager auf Harzisboden/ Gstepf:

Es ging in diesem Jahr recht beschaulich zu in der Hütte auf dem Gstepf. Die insgesamt elf Teilnehmer hatten immerhin alle zur gleichen Zeit am Frühstückstisch Platz. „Wir“ waren in diesem Jahr Ralf und Odette, Mareike und Christoph, Henning, Vera, Lotte und Jonathan sowie Mario, Thomas und Jens.

Die wesentlichen Aktivitäten konzentrierten sich auf drei Objekte.

Mittelteil der Großen Halle, Hobbithöhle
Mittelteil der Großen Halle, Hobbithöhle (Foto: Ralf Brand).
  1. Eiszwerglischacht: Der Schnee- und Eispfropfen hatte durch die Abdeckung und Tropfwasser an der NW-Seite arg gelitten. Ein Grabungsversuch an der Sohle war jedoch erfolglos. Es gibt aber in Sichtweite des bisherigen Endpunktes möglicherweise eine Vergrößerung des Querschnittes – muss noch untersucht werden. Die Plane wurde in verbesserter Konstruktion wieder montiert.
  2. Hobbithöhle: Die Versuche dem Wasser in die Blaumeiselspalte zu folgen wurden erfolglos abgebrochen und beendet. Die Höhle ist in Sachen Prospektion faktisch abgeschlossen. Der im Vorjahr ausgesetzte Datenlogger der ETH Zürich wurde geborgen. Die Möglichkeit eines Zustieges in den großen Schacht von außen muss nach genauer Oberflächenvermessung noch einmal geprüft werden. Auch steht noch die Detailvermessung zumindest der Außengrenzen der Gruselhalle an.
  3. Bättenalpschacht: Das bereits 1988 und 1991 durch den VHBO untersuchte Objekt wurde bis etwa −70 m befahren. Neue Fixpunkte (Schwerlastanker, SW 17 !) wurden gesetzt. Es bieten sich noch offene, nicht erforschte Fortsetzungen nach beiden Seiten sowie beachtliches Potential nach der Tiefe. Fallende Steine poltern ab dem tiefsten erreichten Punkt sicher noch drei bis vier Sekunden.
Im Rahmen der Oberflächenprospektion kamen zahlreiche neue Objekte zumindest als Koordinate dazu. Ach ja, und ein neues Qualitätskriterium müssen die Höhlen im Forschungsgebiet zukünftig erfüllen. „Aufrecht stehend“ wurde als neuer Standard definiert ;-)

Jens

6. bis 13. August 2011, Lager auf Harzisboden/ Gstepf:

Größerer Raum im Gemsloch
Größerer Raum im Gemsloch (Foto: Henning Harzer).
Das diesjährige Lager fand zwar unter etwas verringerter, aber immer noch recht reger Beteiligung statt. In der Spitze bevölkerten immerhin neun Erwachsene sowie vier potentielle Nachwuchsforscher die Hütte des Skiclub Iseltwald auf dem Gstepf.

Die Hobbithöhle (zwei Befahrungen am Samstag und am Mittwoch) hat zum wiederholten Male gezeigt, dass mit ihr leichte Siege nicht zu machen sind. Der große Schacht wurde dank des noch vorhandenen Seils erklommen und das obere Ende genauer inspiziert. Die Fortsetzung am oberen Schachtende scheint machbar, wenn einige Zentimeter Gestein beseitigt werden – eine Aufgabe für das nächste Jahr. Der Weiterweg nach unten führt dem Wasser hinterher und wird noch durch eine einen Meter etwas zu enge Strecke behindert. Etwas oberhalb des Ablaufes befindet sich ein aktiver Tropfwasserzutritt in der Decke. In 1,5 m Entfernung ist ein befahrbares Profil zu sehen, welches unmittelbar über der unteren Hallendecke verlaufen muss. In der großen Halle wurde im Rahmen eines Projektes der ETH Zürich zum Paläoklima ein Datenlogger zur Aufzeichnung des Temperaturgangs eingebaut.

Die Abdeckung über dem Eiszwerglischacht hat den Winter nicht ganz unbeschadet überstanden; eine der beiden Verstrebungen für das Firstseil war seitlich weggedrückt worden und die Plane lag damit direkt auf dem Schacht. Es entstanden aber in dem Eispfropfen etwa zwei Meter tiefe Tropfkrater, die sicher wesentlich zum Abschmelzen beigetragen haben. An der Sohle war 1,5 m weniger Schnee vorhanden als letztes Jahr, was aber bestimmt auch am schneearmen Winter 2010/11 gelegen hat. Ein Teil der Schachtsohle war frei von Eis und besteht aus Geröll. Etwa in der Schachtmitte besteht bei entsprechenden Schneeverhältnissen eventuell die Möglichkeit, an der Wandung weiter nach unten zu gelangen. Hier muss sich jedenfalls der Abfluss für das Schmelzwasser befinden.

Das bereits 2009 entdeckte Objekt Schwerer Stein wurde mittels Motorwinde geöffnet. An der etwa 6 m tiefen Sohle führt eine teils sehr enge Spalte weiter nach unten; Fortsetzungspotential ist gegeben. Im Gebiet des Hilfenen wurden zwei im Vorjahr entdeckte Objekte befahren, davon ist das Gemsloch ein streckenweise sehr schön versinterter Mäander, den wir im nächsten Jahr noch vermessen müssen. Die Höhle ist bei 3 bis 4 m Höhe rund 20 m lang. Nördlich der Hütte etwas oberhalb der Straße wurden noch die beiden Objekte Obere und Untere Schöne Aussicht erkundet. Es handelt sich um zwei unweit voneinander liegende Schächte mit je etwa 15 m Tiefe und untertägiger Rufverbindung. Mit etwas Aufwand kann in beiden Schächten gegraben werden; Potential nach unten ist jedenfalls vorhanden. Im Rahmen von Prospektionstouren wurden der Bereich zwischen Litschgiburg und Bättenalpburg (N-Seite des Sattels) sowie die Schweiffi (südöstlich des Hilfenen auf der rechten Seite des Fangisalpbaches) untersucht.

Jens

29. Juli bis 7. August 2010, Lager auf Harzisboden/ Gstepf:

Hobbithöhle, im Großen Schacht
Hobbithöhle, im Großen Schacht (Foto: Ralf Brand).
Das diesjährige Lager war mit insgesamt 20 Teilnehmern sehr gut besucht. Bei mäßigem Wetter wurden die im Vorjahr begonnen Arbeiten fortgesetzt. In der Hobbithöhle konnte der Schacht in der großen Halle bezwungen werden; die Fortsetzung besteht leider nur aus einem schmalen Gerinne, welches wohl gerade so passierbar ist. Ein Befahrungsversuch ist für das nächste Jahr geplant. Desweiteren wurden zwei recht junge Schächte bzw. Schlote unmittelbar neben der großen Halle untersucht; beide bieten trotz guten Echos keine befahrbare Fortsetzung. Die Grabung im "Alten Weg" endet nach zehn Metern in einem aktiven Abzweig nach unten, der jedoch verblockt und wegen der räumlichen Enge auch nicht zu beräumen ist. Die gesamte Höhle wurde erstmals fotografisch aufgenommen.

Nachdem die Alpgenossenschaft zugestimmt hatte, konnten wir über dem Eiszwerglischacht eine Abdeckung installieren, die über den nächsten Winter dort verbleibt. Wir hoffen auf eine Verringerung des Eispfropfens am Schachtgrund, um dann weiter vordringen zu können.

In der Oberflächenprospektion wurden GPS-Koordinaten zahlreicher Objekte aufgenommen; einige versprechen mit etwas Aufwand vielleicht doch mehr als eine bloße Nummerierung. Erstmals wurde eine gezielte Tour in das Gebiet des Hilfenen zur Prospektion unternommen; mehrere Objekte warten auch hier auf eine Untersuchung im nächsten Jahr.

Jens

24. bis 31. Juli 2010, Sägistal:

Abseilen im Eispalast
Abseilen im Eispalast (Foto: Drompf).
Das ISAAK-Forschungslager im Sägistal fand dieses Jahr vom 24. bis 31. Juli 2010 unter Beteiligung von 12 Höhlenforschern statt.

Der Schwerpunkt des Lagers war die weitere systematische Bearbeitung der Schränni, vor allem der Sektoren C und D. Dazu wurde erstmals ein Außenlager direkt auf der Schränni (oberhalb des C26) mit Zelten durchgeführt, während das Hauptlager wie in den letzten Jahren im Stall der Bergschaft am See eingerichtet wurde. Das Außenlager erlaubte für drei Tage eine effektive Bearbeitung der oberen Teile der Schränni in den Sektoren C und D. So wurde die komplette Prospektion des zentralen und westlichen Teils des Sektors C abgeschlossen und etliche neue Objekte in den beiden Sektoren entdeckt und bearbeitet. In einer Senke am östlichen Fuße des Furggenhorns wurde der "Eispalast" (C113/C115) entdeckt und bearbeitet, eine Höhle mit einem vereisten Saal ("Funkelsaal") voll von Eiskristallen und Eisstalagmiten, die durch zwei Eingänge begehbar ist. Nahe an der Abbruchkante wurde eine tektonische Höhle von beachtlicher Länge gefunden und vermessen (D96/D98) und unweit des C26 wurde überraschend noch ein großer Eingang gefunden (C120). Im Sektor C wartet nun noch der östliche Teil auf eine systematische Prospektion. Außerdem haben wir im Sektor E die systematische Prospektion begonnen und 26 neue Objekte gefunden, von denen jedoch nur wenige wirklich interessant zu sein scheinen (z. B. E8).

Leider gab es in diesem Jahr wieder sehr viel Schnee in bestimmten Höhlen (z. B. im Bauländer oder in Höhlen im Sektor O), so daß deren Bearbeitung nicht in Angriff genommen werden konnte. Für das nächste Jahr ist eine Variante mit Außenlager im Sektor M angedacht, um einige offene Objekte in den Sektoren M und O intensiv zu bearbeiten (z. B. M1, "Holländer" M15, O2, O15).

Norbert

30. Juli bis 8. August 2009, Lager auf Bättenalp/ Harzisboden:

Das diesjährige Lager brachte mit insgesamt 17 Leuten eine recht hohe Teilnehmerzahl und mit Prue aus Neuseeland den Gast mit dem wohl bisher weitesten Anreiseweg (natürlich nicht direkt, sondern im Rahmen eines sowieso anstehenden Urlaubs in Deutschland). Basis für alle war mittlerweile zum vierten Mal die Hütte des Skiclub Iseltwald auf dem Gstepf.

Am Anfang stand erstmals ein Gastbesuch bei dem teilweise parallel laufenden Lager im Sägistal (Mario, Jens). Vielen Dank für die freundliche Aufnahme – beim nächsten Mal bringen wir nach Absprache auch gern mehr frische Fressalien mit.

Hauptaugenmerk lag zumindest im Vorfeld auf der weiteren Bearbeitung der Hobbithöhle / Schwabhornloch. Hier konnte ein etwa 20 m hoher Schacht am unteren bekannten Ende bis etwa 15 m erstiegen werden, dann musste für dieses Jahr wegen Erschöpfung des im Seil Hängenden (Henning), Unterkühlung des Sichernden (Ralf) und fortgeschrittener Zeit abgebrochen werden. Parallel dazu konnte die erste Engstelle deutlich erweitert werden (Norbert, Haubi) und eine Umgehung für die Engstellen unterhalb der Gruselhalle gefunden und vermessen werden (Haubi, Jens). Desweiteren wurden am unteren Ende des Bachgangs zwei nach oben führende junge aktive Schächte gefunden und teilweise vermessen – Fortsetzungspotential ist gegeben. Die Grabung im "Alten Weg" am unteren Ende der großen Halle wurde nach wenigen Metern wegen Durchnässung zunächst erstmal zurückgestellt und muss wohl weiter vorn neu begonnen werden.

Der unweit der Hütte befindliche Eiszwergli-Schacht wurde unter Beteiligung fast Aller (einschließlich des Höfo-Nachwuchses) erneut befahren, um eine mögliche Fortsetzung unter dem Schneepfropfen zu suchen und die Chancen für eine Abdeckung des Schachtes abzuschätzen. Dank Marios Initiative wurde beschlossen, die Alpgenossenschaft formal um Erlaubnis hierfür zu bitten und dieses Unternehmen im nächsten Jahr (erneut) anzugehen.

Im Zuge der Oberflächenprospektion wurden oberhalb der Hütte sowie unterhalb Harxisboden zahlreiche Objekte entdeckt bzw. endlich mal besucht und vermessen: Gemeinsames Geißbockloch (abgeschlossen), MM-46 (abgeschlossen), Wiesendoline (aktiv, Grabung sinnvoll), Moosschacht (abgeschlossen), Echoschacht (abgeschlossen) – um nur einige zu nennen. Alle Objekte wurden mit Koordinaten und Höhen mittels GPS eingemessen und sollen in Vorbereitung des nächsten Lagers in ein Sektorensystem nach dem Vorbild Sägistal (beginnend mit Sektor Q) überführt werden.

Jens

25. Juli bis 1. August 2009, Sägistal:

Bis zu 14 Höhlenforscher beteiligten sich vom 25. Juli bis 1. August 2009 am ISAAK-Forschungslager im Sägistal. Bei bestem Wetter wurde viel Neuland erkundet und vermessen sowie zahlreiche neue Objekte entdeckt.

Eines der Hauptziele des Lagers war die Vermessung des 2008 entdeckten Neulandes im L1. Innerhalb von zwei Tagen wurden über 200 m Neuland in den Minen von Moria vermessen. Leider enden die Gänge in diesem Teil der Höhle entweder an zu engen Mäandern, im Sediment oder am Versturz (wie z. B. Kankras Tunnel, der offenbar bis dicht unter die Oberfläche zieht). Im Lehmgang und im Verließ wurden mit dem Klettermast Mäander entdeckt und vermessen. Die dabei gefundene Kegelbahn zieht ebenfalls bis dicht unter die Oberfläche. Mit über 300 m Neuland im L1 ist die Höhle jetzt über 1000 m lang. Im nächsten Jahr werden wir uns den im Jahr 2002 entdeckten Idioteneinsatz genauer unter die Lupe nehmen.

Der Bauländer hatte dieses Jahr wieder sehr viel Schnee. Das hielt einige von uns aber nicht auf, zumindest den ersten Teil bis auf -35 m (Kopf vom P12) freizugraben. Leider verhinderten Schnee und Eis die weitere Erforschung des tieferliegenden Mäanders mit dem Scuro-Duft. Es konnten aber noch einige Fragezeichen im Eingangsschacht bzw. über dem P12 geklärt werden.

Im Sektor C wurde intensiv und systematisch prospiziert. Die Eingänge der meisten uns bekannten Objekte wurden mit Theodolith eingemessen, sowie zahlreiche Kleinobekte abgeklärt und dokumentiert. So wurde u. a. im C26 ein neuer Schacht entdeckt und eine Rufverbindung zum Ice Crawl (C27) gefunden. Der Ice Crawl ist inzwischen übrigens komplett ohne Eis. In den kommenden Jahren warten einige interessante Objekte im Sektor C auf unsere Erforschung.

Ende der Woche bekamen wir Besuch vom benachbarten ISAAK-Lager auf Harzisboden/ Gstepf.

Das diesjährige Lager war wieder ein sehr erfolgreiches Lager. Auch wenn es so scheint, als wenn momentan die großen Forschungsobjekte nahezu abgeschlossen sind, bieten einige Neufunde im oberen Teil der Schränni Hoffnung auf weitere spannende Großobjekte. Hinzu kommt, daß in Sektoren M und O noch immer nicht alle bekannten Höhlen erforscht wurden und etliche Objekte sehr wenig Schnee haben.

Norbert

20. bis 23. August 2008, Lager auf Bättenalp/ Harzisboden:

Vom 20. bis 23. August 2008 fand das in diesem Jahr verkürzte ISAAK-Lager Harzisboden/ Gstepf statt. Mit insgesamt fünf Teilnehmern war das Interesse nicht gerade riesig, was aber sicherlich auch an dem Termin (Ferienende in mehreren Bundesländern) sowie dem kurzen Zeitraum lag.

Wesentlichstes Ergebnis war die Fortsetzung der Erforschung der Hobbithöhle/ Schwabhornloch. Wir konnten das bis dato bekannte Ende der Höhle bezwingen, reichlich 130 m Neuland in Augenschein nehmen und anschließend vermessen. Nach mehreren Engstellen bietet sich eine etwa 40 m lange und 10 bis 12 m breite Halle mit einer Sohle aus Blockschutt, an deren tiefstem Punkt ein Bach in einer nicht befahrbaren Spalte verschwindet. Der genannte Punkt liegt bei −62 m unter Niveau Eingang.

Eine Möglichkeit zur Fortsetzung bietet ein derzeit noch zu enger Gang, welcher mit einigem Grabungsaufwand auf befahrbare Maße aufgeweitet werden kann. Diese Aufgabe sowie eine detaillierte Vermessung der bisher bekannten Bereiche stehen für das nächste Jahr vor uns.

Jens

9. bis 16. August 2008, Sägistal:

Jubiläum im Sägistal
20 Jahre Sägistal-Forschung (Foto: Norbert).
Mit dem Sägistal-Lager vom 9. bis 16. August 2008 feierte die ISAAK 20 Jahre Forschung im Sägistal. Trotz geringer Teilnahmerzahl von sechs Höhlenforschern aus Deutschland, Belgien und der Schweiz konnten während des Jubiläums-Lagers einige Erfolge verbucht werden.

Das gegenwärtige Hauptforschungsobjekt Bauländer konnte wegen des geringen Schneestandes in der Höhle erstmals bis zum tiefsten Punkt befahren und vermessen werden. Der Eingangsschacht ist etwa 57 m tief. In einer Tiefe von etwa 45 m wurde ein horizontaler Mäander gefunden, der bisher mit reichlichen 30 m vermessen wurde, aber nach einer engen Passage noch Potential für Neuentdeckungen hat.

Die Höhle L1 ist nach wie vor für Überraschungen gut. Im "Letzten Mäander" nach der "Kondenstropfenröhre" wurde beim Abklären mehrerer Fragezeichen ein weiterer, größerer und bewetterter Mäander mit mehreren Abzweigungen entdeckt. Er erinnert sehr stark an die Entdeckung des Eingangsmäanders nach "Hoffen und Bangen", mit dem Unterschied, daß der neuentdeckte Mäander nach oben zieht. Dieses Neuland wartet auf seine Vermessung im nächsten Jahr. Neue Fragezeichen sind in der Kondenstropfenröhre und an der Decke des Verlieses aufgetaucht.

Außerdem wurden zahlreiche Objekte in den Sektoren C, O und P abgeklärt (z. B. C1, C2, C33, C34) bzw. deren Eingänge eingemessen und fotografiert.

Norbert

B O D E N L O S :
Titelbild BODENLOS 5

Die ISAAK-Publikation

Die fünfte Ausgabe des Bodenlos ist fertig! Das aktuelle Heft ist thematisch zwei Objekten der Region Beatenberg gewidmet: dem Akkordloch und dem Känzelischacht. Das Akkordloch war lange Zeit ein kontroverses, aber auch enthusiastisch vorangetriebenes Grabungsobjekt oberhalb des Thuner Sees. Mit der Räumung der Technik im Jahr 2004 wurde die Grabung endgültig aufgegeben. Als würdigen Abschluß der Arbeiten im Akkordloch ist der Hauptteil des neuen Bodenlos einer umfassenden Dokumentation der Höhle sowie deren Grabungsgeschichte gewidmet. Desweiteren wird die Beschreibung und der Höhlenplan des Känzelischachts, einer Spaltenhöhle oberhalb Beatenbergs, veröffentlicht.
Zu beziehen über Lothar Huber, Tulpenweg 1; D-76669 Bad Schönborn.

Norbert

11. bis 18. August 2007, Sägistal-Ersatzlager auf der Chromatte:

Im A2 (Sieben Hengste)
Im A2 (Sieben Hengste) (Foto: Norbert).
Nach dem von der Bergschaft bemühten "Hüttenverbot" im Sägistal sind wir in diesem Jahr auf die Chromatte ausgewichen, wo es noch einige Objekte im Bereich Beatenberg, Sieben Hengste und Haglätsch zu bearbeiten gibt. Von den vielen Leuten, die für das Sägistal fest zugesagt hatten, blieben am Ende nur noch vier übrig (Rolf aus der Schweiz, Paul aus Belgien, Sebastian und Norbert aus Deutschland). Jedoch unterstützen uns während der Woche an verschiedenen Tagen auch verschiedene Leute der SGH Bern (Scuro, Tanja, Pascal, Sabine, Dänu, Hanspeter) und SGH Lenzburg (Xavier).

Im Hälischacht wurde eine Engstelle mit zwei Sprengungen geöffnet. Danach wurden zwei Schächte und eine Versturzhalle entdeckt. Der erste Schachtbereich (Glockenschacht) konnte während der Woche abschließend vermessen und dokumentiert werden. Der zweite Schacht bleibt noch als Fragezeichen für spätere Forschung. Der Känzelischacht wurde nochmals befahren und, da von früheren Vermessungen nur noch die Vermessungsdaten und keine Zeichnungen vorhanden waren, gezeichnet. Damit kann dieses Objekt oberhalb von Beatenberg auch als abgeschlossen gelten. In der Haglätschhöhle wurden mehrere Schlote erkundet, erschlossert und teilweise gezeichnet (die schon vermessen waren). Der "Drompf"-Schlot, unmittelbar neben der Highway-Junction ergab in der Folge etwa 145 m sehr schönes Neuland und die neue Gesamtlänge der Höhle überschritt damit die 7 km-Marke! Im A2-Laubenegg wurde die Einrichtung bis und mit Chlousebiwak geprüft und wo nötig instandgestellt und das alte Biwak entrümpelt. Unweit von diesem Biwak gibt es lohnende Ziele, um die Forschung wieder aufzunehmen. Außerdem wurde noch im F1 und in der Birenhöhle III gegraben.

Ein Treffen mit dem Präsidenten der Bergschaft Inner-Iselten ist leider nicht zustande gekommen. Er hat momentan überhaupt kein Interesse an einem Kontakt zu uns Höhlenforschern. So ist leider eine gute Chance, sich persönlich kennenzulernen, nutzlos verstrichen.

Norbert

28. Juli bis 4. August 2007, Lager auf Bättenalp/ Harzisboden:

Das Lager auf Gstepf/ Harzisboden fand unter zahlreicher Teilnahme schweizer und deutscher Höhlenforscher statt. Auf der Bättenalp konnten verschiedene Schächte bearbeitet werden (v.a. Eiszwerglischacht), da sie dieses Jahr wenig Schnee bzw. Firn hatten. In der Botchenhöhle wurde ein Tauchvorstoß unternommen, mit dem einige Meter Neuland unter Wasser erreicht wurden, jedoch kein Durchbruch. Enorm hoher Personal- und Technikaufwand für die Tour selbst sowie Vor- und Nachbereitung. Ein Schwerpunkt lag selbstverständlich auf der im letzten Jahr wiederentdeckten Hobbithöhle (vermutlich Schwabloch). Während vier Befahrungen wurden bekannte Teile vermessen und eine Fortsetzung nach unten freigelegt. Hinter mehreren Engstellen gibt es eine große Halle ("Gruselhalle") mit etwa 30 m Länge und 10-15 m Höhe, die zu 2/3 mit riesigen Blöcken gefüllt ist, welche wirr durcheinander und übereinander liegen. Unten gibt es erneut mehrere schmale Durchstiege zu einem Bachlauf (ziemlich heikel, alles noch im Verbruch), wo die Erkundung für dieses Jahr abgebrochen wurde. Vermessene Ganglänge gesamt etwa 200 m (Trimmel 175 m), tiefster Punkt bei −30 m. Da ist die genannte Halle aber nur angerissen und lediglich zum tiefsten bekannten Punkt durchgemessen. Hier gibt es nächstes Jahr noch jede Menge Arbeit.

Jens/ Norbert

Frühjahr 2007, Bergschaft Inner-Iselten/ Sägistal:

Die Müllräumung im Herbst 2006 durch das SISKA sollte noch ein Nachspiel haben, mit dem wohl keiner von uns (und wohl auch nicht bei der SISKA) gerechnet hat. Die Bergschaft informierte uns, daß sie für eine Müllräumung im Sägistal angeblich zur Verantwortung gezogen worden seien. Sie beschuldigen die im Sägistal arbeitenden Höhlenforscher, daß sie die Bergschaft bei Behörden angezeigt hätten. Daher untersagen sie uns jede weitere Forschung im Sägistal. Die Behauptungen der Bergschaft sind jedoch völlig haltlos. Wir haben weder die Bergschaft noch sonst jemanden angezeigt. Auch war die Müllräumung nicht von der ISAAK organisiert oder durchgeführt worden, sondern von der SISKA.

Leider haben alle Vermittlungsbemühungen nicht geholfen. Am Ende stellte sich heraus, daß wir wohl als Sündenbock für den von verschiedenen Umweltverbänden verhinderten Straßenbau zu den Almwirtschaften der Bergschaft auf Inner Iselten herhalten müssen.

Obwohl wir uns nicht ganz einig waren, haben wir uns doch entschieden, 2007 das Sägistal-Lager abzublasen und damit der Bergschaft entgegenzukommen - in der Hoffnung, daß es 2008 wieder ein besseres Verhältnis geben wird. Als Ersatz wurde ein Lager auf der Chromatte organisiert.

Leider verstreicht damit auch die Chance, den Bauländer weiter zu erkunden, da er nach diesem warmen Winter sicher schneefrei ist.

Norbert

27. September 2006, Müllräumung in Höhlen des Sägistals:

Auf Initiative der Gemeinde Gündlischwand, die vom Kanton etwas gedrängt wurde, konnte am 27. September 2006 eine Müllräumung in Höhlen des Sägistals durchgeführt werden. Unter Einsatz von drei Gemeindeleuten, drei Rumäninnen und Präzis wurden geräumt: Scherbenschacht B1, Umgebung M22, Spalt hinter Seeschwinde, Loch bei Fels bei Seeschwinde, sowie Abfall in/bei/hinter der Schutzhütte beim Pass gegen die Schynige Platte. Nicht geräumt wurde im L1 und Chessiloch. Das L1 wurde erst zu spät dem Kataster der verschmutzten Höhlen gemeldet; im L1 sind nur einige Scherben, die bei nächster Befahrung durch ISAAK geräumt werden. Das Chessiloch befindet sich auf dem Gebiet einer anderen Gemeinde; außerdem ist die Befahrung aufwendiger, da der Müll auf dem Büchseboden liegt (−140m).

Die Stimmung war gut, und dem Gemeindevertreter ist es ganz offensichtlich ein Anliegen, die Landschaft sauber zu bringen. Der allermeiste Abfall war ganz offensichtlich alt – was zeigt, dass diverse Aufrufe offenbar beachtet werden, und das stimmt positiv.

Präzis/ Norbert

5. bis 12. August 2006, Sägistal:

Wasserstrecke im St. Orestloch
Wasserstrecke im St. Orestloch(Foto: Rolf).
Das internationale Sägistal-Forschungslager der ISAAK und SGH Bern fand dieses Jahr vom 5. bis 12. August statt. Neben Höhlenforschern aus der Schweiz (Daniela Heynen, Martin Melzer – bis Montag – und Rolf Siegenthaler – ab Mittwoch), Deutschland (Gudrun Christall, Thomas, Norbert Marwan) und Belgien (Paul van Laethem, Eric Duliere, Renaud Isaac) war auch wieder ein Vermessungsteam dabei (Waldemar und Helen Lempart).

Im Sektor D wurde die im Vorjahr begonnene detaillierte Prospektion fortgeführt und dabei viele Kleinobjekte gefunden, dokumentiert und abgeschlossen. Das Vermessungsteam bestimmte die Koordinaten der Eingänge fast aller bekannten Objekte im Sektor D sowie einiger (älterer) Objekte im Sektor C. Bei der Arbeit in diesen Sektoren fiel wieder auf, daß es noch sehr viele unbekannte Höhlen gibt, obwohl bereits jahrelang vor allem im Sektor C prospiziert wurde. Ein neuer Hoffnungsträger, der Murmeltierschacht (D66), erwies sich leider als Fehlschlag. Dieser zuerst hoffnungsvolle Schacht konnte erst nach mehrstündiger Aufwältigung des Einganges befahren werden. Dabei stellte sich dann leider heraus, daß er nach etwa 12 m zu Ende ist. Ein anderer, langjähriger Hoffnungsträger schien sich auch als Fehlschlag zu entwickeln. Der Bauländer (C17) war natürlich nach dem kalten Winter völlig zu und hatte so viel Schnee wie lange nicht mehr. Thomas und Gudrun haben jedoch in aufopferungsvoller Weise einen Gang zwischen Schnee und Schachtwand etwa 20 m aufgegraben. Nach diesem Erfolg standen sie an einer 7-m-Stufe und vermuteten dahinter das Ende des Schachtes, denn sie sahen nur Blöcke und Steine. Am nächsten Tag packten wir noch zusätzliches Seil ein, um diese vermeintlich letzte Stufe einzurichten und die Höhle bis dorthin zu vermessen. Nicht schlecht staunte aber Norbert, als er am Boden des vermeintlichen Endes wieder auf Schnee stand und sich wieder eine Spalte zwischen Schnee und Schachtwand eine unabsehbare Fortsetzung in die Tiefe auftat. Und hier kommt nun natürlich der Spruch, den wir wohl immer wieder hören werden, wenn der Bauländer mal offen ist: das Seil reichte nicht! Also genug Neuland für das nächste Jahr, das hoffentlich viel wärmer wird und uns von vornherein einen offenen Bauländer beschert. Rolf und Paul versuchten die Wasserkaskaden des St. Orestloches einzurichten. Dabei mußten sie feststellen, daß die Polen größere Spits benutzten, und somit nicht mit unseren Laschen eingerichtet werden konnte. So blieb genug Zeit, die neuen und noch offenen Galerien aus dem letzten Jahr im St. Orestloch zu vermessen. Eric und Renaud holten die beiden dann später vom Rondo ab, um sie von schwerem Gepäck zu entlasten. Einige Seile wurden nun aber im St. Orestloch beim Rondo deponiert, um nächstes Jahr sofort die Wasserstrecke in Angriff nehmen zu können.

Trotz des wieder mal schlechten Wetters und der kleineren Gruppe können wir auf ein erfolgreiches Lager zurückblicken. Wir erwägen jedoch, das Lager in den Juli vorzuziehen, da es im August bereits zu kalt und feucht werden kann. Es wurden auch wieder Lebensmittel und einige Ausrüstung im Sägistal eingelagert.

Norbert

29. Juli bis 5. August 2006, Forschungslager Botchen (SCS):

Henning in der Hobbithöhle
Henning in der Hobbithöhle (Foto: Jens).
Das diesjährige Botchen-Forschungslager fand vom 29. Juli bis 5. August 2006 unter rekordverdächtiger Besetzung statt. Es nahmen Höfos aus Dresden (Haubi, Mareike, Christoph, Birgit, Greg, Annabell, Max), Leipzig (Henning, Vera, Jonathan, Lotte), Naumburg (Odette, Ralf, Sarah), Suhl (Elli, Mario, Petra, Sebastian, Jens), Thal (Otto, Martina), Weimar (Ecki) und Zürich (Stephan, Nicole) teil.

Für den Antransport des Gepäcks stand uns am Samstag Lottis Seilbahn zur Verfügung. Bedingt durch die zahlreichen Teilnehmer war der Platz in Lottis Hütte nicht ausreichend, so dass mitgebrachte Zelte (Odette & Ralf sowie Otto & Martina) und sogar die Ladefläche des Unimog (Sebastian) als Schlafplatz herhalten mussten.

Hauptzielstellung des Lagers war der erneute Angriff auf den noch unbezwungenen dritten Siphon der Botchen-Höhle. Der erste Vorstoß hierzu war für Montag geplant. Am Sonntag begannen wir mit der Oberflächenprospektion im Bereich zwischen Gießbach (ab erstem Wasserfall oberhalb der Botchen) und der Falkenfluh. In Höhe des zweiten Wasserfalls stießen wir auf einen etwa 400 m³ großen Block, welcher in einem Winkel von etwa 60° auf dem mit kleinerem Blockwerk bedeckten Hang aufsitzt. Aus dem dazwischen verbliebenen dreiseitigen Hohlraum (Eingangshöhe rund 1,8 m) war ein starker kalter Luftzug zu verspüren. Das Objekt erhielt den Namen "3 plus 1"-Höhle (drei Höfos, ein Geleucht).

Auf Grund der Wetterprognose wurde die erste Tauchtour aus Sicherheitsgründen auf Dienstag verschoben, da die Höhle in "Transsiphonien" sehr schnell auf starke Niederschläge reagiert. Als Alternativprogramm hierzu starteten wir erneut zur "3 plus 1"-Höhle vom Vortag. Die Decke der Höhle ist mit etwa 60° zum Gießbach hin geneigt und wird nahezu ausschließlich durch den riesigen Block gebildet, dem das Objekt offenbar seine Existenz verdankt. Hieraus ergibt sich ein dreieckiger Grundquerschnitt, der sich auch in der Form des Eingangs und der ersten Meter innerhalb der Höhle widerspiegelt. Die Zuordnung der bergseitigen (westlichen) Wandung zu Blockwerk bzw. anstehendem Fels ist nicht immer mit Sicherheit zu treffen. Mehrere (deutlich wetterende) Abzweigungen führen bei etwa 10 m vom Eingang in diese Richtung, enden jedoch generell im Blockwerk bzw. Verbruch. Es gibt deutliche Anzeichen für Verkarstungsprozesse, die im Zeitraum nach dem Felssturz, welcher als Initial für die Bildung der Höhle gesehen werden muss, stattgefunden haben bzw. noch stattfinden. Es finden sich zahlreiche Eis- bzw. Firnreste. Es bestehen mehrere Möglichkeiten zum Abstieg in tiefer liegende Bereiche, jedoch enden auch hier alle bergseitigen Fortsetzungen im Blockwerk. Die Länge des Objektes beträgt in Anlehnung an die Ausdehnung des überlagernden großen Blocks etwa 20 m in der Horizontalen. Bei einer vollständigen Vermessung ist mit einer Polygonlänge von etwa 40 m zu rechnen. Elli zog sich beim Abstieg eine Prellung der rechten Hand zu. An einen Tauchgang war damit auch an den nächsten Tagen nicht zu denken. Henning und Ralf seilten sich im Laufe des Tages in den Canon oberhalb des ersten Wasserfalls ab, um die Wände auf mehrere sichtbare Objekte zu untersuchen. Lohnende Fortsetzungen konnten jedoch leider nicht gefunden werden.

Am Dienstag fand eine Befahrung der Botchen-Höhle mit Beginn an der Nebelhöhle, Einbau aller Seilstrecken und Ausgang am Hauptportal statt. Höhepunkt der Tour war sicherlich der Weg zum Fenstergang und der Blick vom Grasband in der Wand über die ganze Alm.

Der Mittwoch wurde für die Meisten zum Wandertag auf das Schwabhorn. Die am Weg liegende Freitagshöhle im Gstepf, welche wir im Vorjahr entdeckt hatten, hatte nach dem harten Winter noch jede Menge Schnee im Eingangsbereich. Nach der Besteigung widmeten wir die Aufmerksamkeit einer östlich des Schwabhorns gelegenen Öffnung an einer Ost-West-streichenden Störung, die Jonathan zuvor gesehen hatte. Wir befuhren das Objekt. Nach dem recht engen, aber hohen Eingangsbereich zweigt nach Süden ein Gang in mustergültigem Schlüssellochprofil und mit deutlichem Wetterzug ab. Nach etwa 10 m wendet sich dieser nach Westen und mündet später in einen großen Raum mit gewölbeförmiger Decke (Breite etwa 8 m, Höhe in der Mitte etwa 2,5 m). Die Decke und stellenweise auch der Boden sind mit Sinterschmuck und Mondmilch bedeckt, auch Excentriques treten auf. Es waren keine früheren Befahrungsspuren zu verzeichnen. Der große Raum hat Verzweigungen in mehrere Richtungen, wobei der Luftzug zu einem nach erster Einschätzung verblockten Weg nach unten führt. Die befahrene Länge beträgt 50 bis 60 m, eine weitere Untersuchung sowie die Vermessung wurden, da wir mal wieder keine Ausrüstung dabei hatten, auf das nächste Jahr verschoben. Jonathan taufte das Objekt nach reiflicher Überlegung auf Hobbit-Höhle.

Auf dem Rückweg zur Botchen untersuchten wir noch ein Loch im südlichsten Abschnitt der Falkenfluh. Henning seilte sich 30 m ab, Elli gab per Fernglas und Funkgerät von der Hütte aus die entsprechenden Anweisungen. Die Aktion war jedoch nicht von Erfolg gekrönt – keine Fortsetzung zu sehen.

Der Donnerstag brachte wetterseitig die härtesten Bedingungen. Nachdem Ellis Hand weitgehend wiederhergestellt war, war eigentlich für diesen Tag ein neuer Anlauf für den Tauchvorstoß vorgesehen. Etwa ab Mitternacht gab es jedoch Dauerregen, so dass wir am Morgen jegliche Hoffnung auf einen erfolgreichen Angriff auf den dritten Siphon für dieses Jahr begraben mussten. Es regnete den ganzen Tag nahezu ohne Unterbrechung, in Höhen oberhalb 2300 m hatte es morgens frisch geschneit. Da sich sämtliche Seile noch in der Botchenhöhle befanden, entschlossen wir uns am Mittag zur Bergung. Die Tour endete jedoch bald nach dem Haupteingang; der Siphon war bereits zugestaut. Dadurch konnten wir nur die Strecken im Eingang und die Traverse vor dem Portal abbauen.

Am Freitag besserte sich das Wetter etwas, wir begannen mit dem Abtragen der Ausrüstung. Abends kamen Lotti und Hans zu Besuch. Der wieder einsetzende Regen zwang uns erneut in Lottis gute Stube, wo wir uns bei einigen Flaschen Wein und sonstigen geistigen Getränken über die bescheidene Wetterlage hinwegtrösteten. Das Abschiednehmen von Lotti in der Nacht (sie musste am Samstag früh arbeiten) und von Hans und der Hütte am Samstagmittag war mal wieder nicht einfach, obwohl uns der Dauerregen die Heimfahrt zumindest im Kopf deutlich erleichterte.

Für das nächste Jahr stehen als wesentliche Aufgaben die Untersuchung und Vermessung der Hobbit-Höhle, die Fortsetzung der Grabung in der Freitagshöhle sowie ein erneuter Angriff auf die Bauernschächte in Leimeren (vermutete Verbindung/ Zugänge zur Botchenhöhle zwischen zweitem und drittem Siphon). Parallel dazu müssen wir die Oberflächenprospektion im Bereich Gstepf systematisieren.

Jens

27. August bis 3. September 2005, Forschungslager Bättenalp/ Harzisboden

Das diesjährige "Botchen"-Forschungslager fand zunächst unter negativen Vorzeichen statt. In der Region um Brienz hatte es im unmittelbaren Vorfeld schwere Überschwemmungen und Erdrutsche gegeben. Durch den Ort Brienz selbst ging eine Mure nieder, die zahlreiche Häuser zerstörte und zwei Menschen mit in den Tod riss. Wir hatten danach mit unserer Freundin Lotti telefoniert; sie hatte uns informiert, dass die Anfahrt wieder möglich sei und uns in der Auffassung bestärkt, trotz der Geschehnisse anzureisen. Das Leben müsse halt irgendwie weitergehen.

Quartier bezogen wir in diesem Jahr nicht wie sonst auf Lottis Alm, sondern in der Hütte des Skiclub Iseltwald auf dem Gstepf. Die Vorhut wurde am Samstag durch Petra und Jens gebildet; die übrigen Teilnehmer (Elli, Kai, Mario, Otto, Mareike, Christoph, Haubi, Beate und Ingolf) reisten geschlossen am Sonntag an. Die Hütte bot uns neben einer traumhaften Lage (etwa 1300 m über dem Brienzer See mit hervorragendem Blick) auch für uns ungewohnten Komfort - es gab sogar elektrisch Licht aus der Solaranlage.

Eine der Zielstellungen für das Lager war die Erforschung des Heimbalmschachtes, dessen Zugang wir im Jahr zuvor gefunden hatten. Die Höhle ist zumindest im oberen Bereich recht eng und scharfkantig und hat eine Endtiefe von ungefähr -75 m. Leider bestätigten sich jedoch die Aufzeichnungen der holländischen Entdecker der Höhle, die Anfang der neunziger Jahre keine horizontalen Abzweigungen und ein Ende im nicht betauchbaren Siphon beschrieben hatten.

Die meiste Zeit des Lagers wurde für Oberflächenprospektion und Befahrung weiterer höffiger Objekte verwendet. Da das Karrenfeld des Gstepf/ Heimbalm direkt an der Hütte begann, konnten wir uns hin und wieder den Luxus von Kaffeepausen im Quartier erlauben. Es wurden mehrere Objekte neu beschrieben und mit Namen versehen, so der Handschuhschacht und die FX-Höhle. Auch die fast alljährliche Besteigung des Faulhorns gehörte zum Programm. Beim Verpflegen halfen uns der unterhalb beginnende Wald sowie Otto und Haubi. Die in kürzester Zeit von Beiden gesammelte Steinpilz-Ladung reichte, um alle problemlos satt zu kriegen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass wir natürlich auch dieses Jahr in der Botchen-Höhle waren, allerdings nur zur Kontrolle und zum Zeigen für unsere Gäste Beate und Ingolf. Für das nächste Jahr ist geplant, das Lager wieder auf Lottis Alm durchzuführen und endlich den dritten Siphon zu knacken.

Jens

August 2005, Hochwasser im Berner Oberland:

Die starken, ununterbrochenen Niederschläge haben wieder ein dramatisches Hochwasser in der Schweiz verursacht. Z. B. sind Thuner und Brienzer See und Aare über die Ufer getreten und haben die Region um Interlaken und Brienz zum Katastrophengebiet verwandelt. Hätte das Sägistallager nur einen Tag länger stattgefunden, wären wir gar nicht mehr von dort weggekommen.

Artikel in NZZ vom 22.8.2005
Artikel in NZZ vom 23.8.2005

Norbert

13. bis 20. August 2005, Sägistal:

Im Tichu-Schacht
Im Tichu-Schacht (Foto: Rolf).
Vom 13. bis 20. August 2005 fand nach zweijähriger Pause wieder ein internationales Forschungslager im Sägistal mit Höhlenforschern aus der Schweiz (Rolf und Sabine Siegenthaler, Christophe Baumann, Daniela Heynen, Martin Melzer), Belgien (Paul van Laethem), Großbritannien (David Foxton) und Deutschland (Norbert Marwan) statt. Im Sektor D wurde eine systematische Prospektion begonnen und dabei mehr als 40 Höhlen neu entdeckt. Das bisher größte dieser Objekte ist der Tichu-Schacht mit fast 100 m vermessener Ganglänge und über 30 m Tiefe. Im Grabobjekt D8 wurde weitergegraben, jedoch inzwischen aufgegeben (im Sektor D gibt es weit hoffnungsvollere Grabobjekte). Im St. Orestloch wurde eine Rekognostizierung begonnen und dabei zwei Fortsetzungen gefunden, die bisher (von der polnischen Gruppe) nicht bearbeitet wurden. Das Ende der Höhle konnte wegen starker Wasserführung (und allgemeinem Erschöpfungszustand) nicht erreicht werden. Sie ist momentan bis zum Rondo voll eingerichtet. Im Bauländer wurde nach dem Schneestand geschaut – mit 100 m Seil im Gepäck, da jedes Mal, wenn die Höhle offen war, das Seil nicht reichte. Der Seil-Schlepperei zum Hohn war soviel Schnee im Bauländer wie lange nicht mehr, so daß unverrichteter Dinge wieder abgezogen werden mußte. Außerdem wurden im L1 Seile getauscht bzw. geborgen und in der Seeschwinde Steine geräumt. Am Sonnabend ist das gesamte ISAAK-Material aus dem Sägistal abgeflogen worden und ist erstmal bei Rolf zwischengelagert. Für künftige Touren muß also alles wieder hochtransportiert werden.

Norbert

31. Juli bis 8. August 2004, Forschungslager Botchen (SCS):

Botchen fand bei bestem Wetter statt. Außerdem haben wir wahrscheinlich den "Heinbalmschacht" bei Gstepf gefunden. Und auch sonst wars schön. Soweit die erfolgreiche Seite. Die Taucher bzw. Elli waren nicht ganz so zufrieden. Von fünf geplanten Tauchern waren am Ende nur zwei übrig - Markus und Rainer mussten absagen, Mario hatte die Ausrüstung vergessen ... Das schränkte den Aktionsradius hinter dem Siphon gewaltig ein.

Jens

9. bis 11. Juli 2004, Akkordloch-Ausräumaktion:

Am 10. Juli 2004 wurde eines der umstrittensten ISAAK-Projekte beendet. Die Arbeit im Akkordloch, einem ehrgeizigen Grabungsprojekt bei Interlaken mit einem erhofften Zugang zum Bärenschacht, ruhte bereits seit mehreren Jahren. Nun waren weit über 20 Höhlenforscher der ISAAK, der SGH Bern und der Pumpenkolonne der Speleo Secours angereist (und eingeflogen), um das Akkordloch von Werkzeugen, Grabungsgerät, Elektroinstallation und sonstigem Unrat zu befreien und der Natur in einem müllfreien Zustand zurückzugeben.

Der letzte Förderwagen
Der letzte Förderwagen (Foto: Norbert).
Bereits am Freitag (9. Juli) begannen die Aktivitäten an der Höhle. Eine zeitgleich im Bärenschacht aktive Equipe (Rolf, Scuro, Arniko, Bernhard und Diego) installierte im südlichsten Teil des Bärenschachtes ein Nicola (Höhlen-Funktelefon) und ein U-GPS (Peilsender), um mit der Akkordloch-Mannschaft in Kontakt zu treten und die räumliche Distanz zwischen Akkordloch und Bärenschacht zu messen. Nur leider war die Transportbox des Nicola nicht ganz dicht geblieben und so funktionierte der Kontakt nur in einer Richtung. Außerdem konnte am Akkordloch kein Signal des Peilsenders gemessen werden. So bleibt die geschätzte Distanz zwischen beiden Höhlen weiter Spekulation.

Am Sonnabend sollte nun die Pumpenkolonne die Boulder Alley und den hintersten Teil des Akkordloches leerpumpen. Doch die Höhle war trotz einiger Regenfälle ziemlich trocken. So konnte gleich mit der Aufräumarbeit begonnen werden. Es wurden die Lampen, die Elektroinstallation, die beiden Winden, unzählige Eimer, Eisenstangen, Planen, Werkzeug etc. in Rekordzeit aus der Höhle und von der Höhle hoch zu einem LKW getragen. Die beiden noch in der Höhle vorhandenen Förderwagen leisteten noch gute - ihre letzten - Dienste beim Transport von dem Material aus der Höhle heraus. Die Fangzäune und die Schutzplane wurden abgebaut und als letztes noch das Versorgungskabel, das zwischen Höhle und dem Haus der Familie von Allmens durch einen Wald ging, geborgen. Am frühen Nachmittag war die ganze Aktion beendet, wofür eigentlich auch noch der Sonntag eingeplant war. So konnten wir bereits am Sonnabend auf die Chromatte fahren und gemeinsam mit der SGH Bern und der Bärenschacht-Equipe, die am Nachmittag den Ausstieg aus dem Bärenschacht machte, den Abschluß des Akkordloch-Projektes feiern.

Am Sonntag genossen wir die Alm und wanderten über die Sieben Hengste, um dieses legendäre Karrenfeld am Ende im Hagel zu erleben.

Allen Helfern ein großes Dankeschön für die gezeigte Einsatzbereitschaft!

Fotos der letzten Akkordloch-Aktion.

Norbert

3. bis 10. Juli 2004, Bärenschacht:

Bei der diesjährigen Sommer-Forschungswoche im Bärenschacht wurden zahlreichen Wasserstandssonden installiert, mit der die Dynamik des Karstwassers besser verstanden werden soll. In der Zone ESI wurden mehrere Hundert Meter Neuland gefunden und vermessen (Bowling for Baeren). Der Bärenschacht hat nun eine Länge von 61.7km. Die Forschung endete mit einem Peilungsversuch in Richtung Akkordloch mittels U-GPS, der Aufschluß über die Entfernung beider Höhlen geben sollte. Leider konnte am Akkordloch kein stabiles Peilungssignal empfangen werden, so daß die räumliche Distanz zwischen beiden Höhlen nach wie vor nicht sicher ist.

Norbert

B O D E N L O S :

Die ISAAK-Publikation

Die vierte Ausgabe des Bodenlos ist fertig! Der Schwerpunkt des Heftes liegt auf der Expedition ins Kosovo im Jahr 2000.
Zu beziehen über Lothar Huber, Tulpenweg 1; D-76669 Bad Schönborn.

Norbert

15. bis 18. August 2003, Sägistal:

Das diesjährige Sägistallager fand verkürzt und mit kleiner Mannschaft statt: Stephan Wiesenhütter, Martin Melzer, Daniela, Hanspeter von Känel, Martin Schneider, Rolf Kummer und Lothar Huber. Die Arbeiten konzentrierten sich auf folgende Objekte: B0 (Seeschwinde), B10, B11, D8, L1, C17 (Bauländer).

Bedingt durch den trockenen und heißen Sommer boten sich dieses Jahr einige ungewöhnliche Chancen, die es zu Nutzen galt: ideale Bedingungen für die weitere Arbeit in der Seeschwinde, Überprüfung eisverfüllter Höhleneingänge, Baden im warmen See, ...

B0: Durch den niedrigeren Seespiegel waren die bekannten Versickerungsstellen trocken gefallen und es zeigten sich 10-20 m rechts davon weitere Versickerungsstellen. Die Arbeiten an der Seeschwinde konzentrierten sich auf die Fortsetzung bei -50 m. Sowohl der Luftzug als auch der optische und akustische Eindruck sind verheißungsvoll. Nächstes Jahr geht es hier weiter.

D8: Umgeben von einer Reihe beeindruckender Schlucker liegt die mit Blockwerk verfüllte Spalte unterhalb des Egg am Fuß des Schrännis. Wir erreichten eine Tiefe von etwa -8 m. Für die effiziente Räumung ist inzwischen eine 3-köpfige Mannschaft erforderlich.

L1: Die Galerie 8 oberhalb des Hexenkessels wurde vermessen und abgeschlossen.

C17: Vom Eingang des Bauländers war der Eiskegel kaum mehr zu sehen. Bei -45 m erreichten wir eine nach unten mit Eis verfüllte Spalte mit offener Fortsetzung in Richtung der Störung. Mangelndes Material und die fortgeschrittene Zeit beendeten die Gefrierschranktour. Die Fortsetzung sollte nur gesichert erkundet werden.

B11: Ausgehend von den beiden Eingängen des St. Orestlochs (B3 und B4) lokalisierten wir die Verbruchhalle auf der Karstoberfläche. Kreuzpeilungen auf der 1:5000er Karte sowie im Gelände mit Suunto und Maßband führten übereinstimmend zu einem Punkt auf einer Verwerfung (45/245g), etwa 30 m nordöstlich des B11. Das zurückgegangene Eis gab einen schlufbaren Hohlraum von etwa 10 m Länge frei. Hier erreichten wir Fortsetzungen in Richtung der beiden Initialklüfte, die jedoch noch vollständig mit Eis verschlossen waren. Alles Eishacken half nicht, es braucht wohl noch so einen heißen Sommer ...

B10: Da uns das Eis gestoppt hatte, blieb noch Zeit für die Befahrung des nordöstlich vom B11 liegenden Schachtes. Wir erreichten den Endpunkt von 1989, Fortsetzungen waren keine erkennbar. Der Vergleich mit dem Plan ergab, dass sich mehr Eis in der Höhle befindet als damals.

Lothar und Rolf

20. bis 26. Juli 2003, Bärenschacht (HRH-Tour):

Vom 20. bis 26. Juli 2003 fand eine Bärenschacht-Forschungswoche der HRH statt. Mit von der Partie waren Rolf Kummer und Martin (Scuro) Schneider (SGH Bern), Arniko Böke (SGH Basel), Paul van Laethem (Belgien) und Norbert Marwan (ISAAK). Die Forschung konzentrierte sich auf die Umgebung des Biwaks 5 in der Zone ESI. Hier wurden vor allem mit Hilfe des Klettermastes einige Schlote erforscht und anschließend vermessen. Daneben konnten noch einige offene Fragezeichen abgeklärt werden. Insgesamt wurden fast 670 m Ganglänge vermessen. Im Anschluß ging es zu einer Kurzvisite auf die Chromatte.

Norbert

14. bis 22. Juni 2003, Forschungslager Botchen (SCS):

Leider kommen dieses Jahr nicht so viele neue Meter hinzu. Der S3 am Höhlenende zeigt sich wahrhaft alpin. Bei 1,5 m Sicht bin ich anfangs nahezu senkrecht abgesunken, dann flacher, kaum Umrisse gesehen, wahrscheinlich großräumig, nach einer Engstelle war die Leine bei 40 m zu Ende und ich hatte 14,80 m Tiefe erreicht. Der Boden ist dann flach. Wir müssen wohl mit ca. 120 m Strecke rechnen und 7er zum Einsatz bringen. Weitere Versuche haben wir wegen der ständigen Trübe auf nächstes Jahr (August wird diskutiert) verschoben. Haben noch ein paar Nebengänge vermessen und Schächte in der Decke entdeckt. Vom Eingang Nebelloch bis S1 haben wir Leitern eingebaut und Engstellen aufgeweitet. Rainer hat viele Fotos gemacht, vor Allem von den Weltklasse-Excentriques. Soviel erstmal. Ach ja, direkt nach einem Gewitter haben wir die Höhle in Aktion erlebt. Es war spannend und eindrucksvoll.

Elli

14. Dezember 2002, Treffen in Interlaken die Sägistal-Forschung betreffend

Im Nachgang zum Sägistallager 2002 fand am 14. Dezember auf Einladung der Bergschaft Inner Iselten in Interlaken ein Treffen statt. Teilgenommen haben zwei Vertreter der Bergschaft, zwei Vetreter der Fischer, der Hirte, fünf Vertreter der ISAAK und ein Vertreter der SGH.

Res Hirni leitete das Treffen und war stets darauf Bedacht, dass die Interessen aller im Sägistal weilenden Gruppen hinreichend berücksicht werden. Zunächst gaben wir einen Überblick über die Geschichte und das Wirken der ISAAK im Berner Oberland und im Sägistal. Dann präsentierten wir unsere bisherige Arbeiten an der Seeschwinde. Danach wurden in einem sachlich und konstruktiv verlaufenden Gespräch alle Bedenken diskutiert und einvernehmliche Lösungen gefunden.

Das für uns wichtigste Ergebnis ist, dass die Forschung im Sägistal auch in Zukunft weitergeführt werden kann. Allerdings haben wir uns für die Zukunft auf einige Rahmenbedingungen verpflichtet, die uns einschränken. Alle Details können im Protokoll von Lothar nachgelesen werden.

Lothar

17. bis 24. August 2002, Sägistal
Eine Forschungs-Ära geht zu Ende:

Das Forschungslager im Sägistal vom 17. bis 24. August war wieder sehr erfolgreich. Es nahmen daran insgesamt 16 Höhlenforscher, Vermesser und Begleitpersonen teil (aus D, CH, IRL, GB).

Im Rittersaal (L1)
Im Rittersaal (L1) (Foto: Norbert).
Mit dem vollständigen Ausbau der Oberländer-Höhle wurde eine wichtige Epoche in der ISAAK-Forschung abgeschlossen. Trotzdem ist die Forschung im Sägistal noch lange nicht zu Ende. In der Höhle L1 wurden umfangreiche Nacharbeiten gemacht sowie weiteres Neuland entdeckt und vermessen - dort erwarten uns immer noch offene Fortsetzungen. Die Schwinde des Sägistal-Sees konnte bis zu seinem gegenwärtigen Ende (45 m unter dem Seespiegel, Verblockung bzw. Schotter) erforscht sowie vermessen werden. Zu unserer Überraschung zeigte die Vermessung, daß die Entwässerung nicht unter die Kalkplatte der Schränni in Richtung Brienzer See führt, sondern genau in die entgegengesetzte Richtung (Lütschinen-Tal). Die Beantwortung der Frage, wo das Wasser des Sägistal-Sees bleibt, ist damit wieder sehr spannend geworden. Eine kleine Schnee-Kontroll-Tour führte in den Bauländer, der in diesem Jahr jedoch noch mehr Schnee als im letzten Jahr hatte. Außerdem wurden das Netz von Topo-Fixpunkten weiter verfeinert, Mundlöcher im A- und B-Sektor eingemessen, die Seeschwinde sowie markante topographische Punkte (Störungen, Quellen, Schlucker) im L-Sektor vermessen (mit Theodolit).

Leider gab es dieses Jahr zum ersten Mal ein kleines Problem mit den anwesenden Fischern, die eigentlich ungestört sein wollten. Im kommenden Jahr wird daher eine noch umfangreichere Information der potentiell Betroffenen über unser Treiben im Sägistal nötig sein. Das nächste Forschungslager im Sägistal wird sich auf das St. Orestloch konzentrieren.

Norbert

15. bis 23. Juni 2002, Forschungslager Botchen (SCS):

Das diesjährigen Botchen-Forschungslager fand wieder in Lottis Hütte statt. Es nahmen daran zeitweise bis zu 14 Höhlenforscher aus verschiedenen Höhlenforschergruppen aus Deutschland und Österreich teil.

In der Botchenhöhle wurde der Siphon hinter der Spaßbadrutsche bezwungen und damit ein Ringschluß von über 1 km Länge verbunden. Weitere Tauchtouren führten in den Endsiphon, hinter dem mehrere hundert Meter Neuland vermessen werden konnten. Die große Überraschung war die Entdeckung eines Höhlenbaches mit einer Schüttung von 250 l/s. Handelt es sich dabei um einen großen Kollekteur? Wo kommt diese Wassermenge her und wohin verschwindet es?

Außerhalb der Botchenhöhle gab es mehrere Grabungsaktionen in einer kleiner Quellhöhle. Ein vielversprechender Luftzug macht Mut für weitere Aktionen.

Elli/ Norbert

9. bis 12. Mai 2002, ISAAK Treffen 2002 in Franken

ISAAK-Treffen 2002
ISAAK-Treffen 2002 (Foto: Norbert).
Vom 9. bis 12. Mai fand das 14. ISAAK-Treffen auf der Bergwachthütte Enzendorfer Platte statt. Bei schönem Wetter trafen am Donnerstag die ersten Teilnehmer ein. Ein Teil machte sich gleich auf den Weg, um unter der Führung von Günter die Bismarkhöhle zu erkunden. Die anderen genossen an der Hütte das schöne Wetter. Drei Leute gingen dann mit Hajo zur Breitensteiner Bäuerin, einer Schachthöhle - für hiesige Verhältnisse recht tief (-42m!). Das Abendessen (Chilli con Carne) war dank Günters Würzkünsten dann ein wirkliches Erlebnis.

Freitag war der Tag der Nachzügler, die von der Zinselhöhle herüberkamen. Die Höhle ohne Namen stand unter Wasser und die Kameradenrettung fand unter leider nur schwacher Beteiligung statt (Lothar, Markus, Sybille Thorsten und Hajo). Zur Wiederhohlung (und Teilnahme!) empfohlen.

Nachmittags gings dann zum Steineklopfen, wobei Otto den größten Ammoniten (>20cm) fand. Damit war die Attraktivität des Steinbruches für die restliche Zeit gesichert. Der Abend war dem Grillen gewidmet (herzlichen Dank an Karin für die tolle Fleisch-Versorgung und Ihr Engagement auch bei der Vorbereitung). Anschliessend fand dann der offizielle Teil des Treffens mit einer Gedenkminute für André, Terminen und Vorträgen statt.

Am Samstag gings dann in die verschiedensten Richtungen. Ein Teil besuchte die Verbandstagung, ein anderer unter Günthers und Karins Führung das Alfelder Windloch (wo war nochmal der Ausgang?). Die dritte Gruppe ging zur Schönsteinhöhle und anschließend zur Stippvisite auf die Verbandstagung.

Sonntag Morgen wurde die Hütte aufgeräumt, und zehn Leute fuhren in Richtung Zoolithenhöhle, einem echten Höhepunkt der Höhlen in der Fränkischen Schweiz. Dank an Michael Conradt von der FHKF in Nürnberg für die tolle Führung.

Hajo

Februar 2002, Tauchgang Bätterich

In der letzten Februarwoche hat Markus Schafheutle drei Tauchgänge im Bätterich (Thuner See) unternommen. Den ersten hat er zusammen mit Martin Schär durchgeführt. Es wurde der Bereich zwischen -80 bis -30 m genau untersucht.

In -30 m Wassertiefe am Ende des aufsteigenden Astes nach dem -80 m Knie befindet sich ein Endversturz. Dieser ist mit Tauchgerät nicht passierbar. Auffallend ist jedoch, daß der nach oben führende Gang mit geringerer Tiefe immer kleiner wird.

Im Bereich -80 bis -70 m wurden drei Schlote gefunden, die alle in dem gleichen Kluftkreuz liegen. Die Summe ihrer Querschnittsflächen ergibt etwa drei bis vier Quadratmeter, was der Querschnittsfläche des großen Schachtes in diesem Bereich entspricht. Die einzelnen Schlote sind nur mit Side-mount Ausrüstung passierbar. Die Strömung kommt (bei der Schüttung, wie sie zu den Tauchgängen war) aus diesen Schloten. Alle anderen Bereiche, auch die, die nicht von dieser Strömung tangiert wurden, waren sedimentfrei. Sie werden wohl bei Hochwasser genutzt.

Markus/ Norbert

4. Oktober 2001, Das Unfaßbare ist geschehen. André ist nicht mehr unter uns.

Er starb am Donnerstag, den 4. Oktober, gegen 17:30 Uhr bei einem Tauchgang in der Truckenthaler Höhle (Thüringen). Sein Leichnam konnte am Freitag geborgen werden.

Kathleen wird mich informieren, wann und wo die Beerdigung stattfindet. Wenn Ihr hinfahren möchtet, gebt mir bitte Bescheid. Ich werde Euch dann weiter informieren, sobald ich nähere Informationen habe. Verwendet bitte folgende eMail-Adresse: lothar@isaak.org.

Der Unfall verursacht Andrés Familie erhebliche Kosten (Bergung, Beerdigung, ...). Deshalb möchte ich für seine Mutter etwas Geld zusammentragen. Wenn Ihr was geben wollt, überweist es bitte auf mein Konto (Badische Beamten Bank, BLZ: 66090800 Kto: 2026783) mit dem Text 'Andre'.

Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Unfall inzwischen mehrfach von der Presse aufgegriffen. Die Darstellungen sind widersprüchlich, unvollständig und zum Teil spekulativ. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass dies eine unnötige, zusätzliche Belastung für die Angehörigen und engen Freunde ist. Bitte gebt deshalb gegenüber Pressevertretern keine Kommentare ab. Und achtet darauf, nicht jeder Pressevertreter gibt sich zu erkennen.

Die offizielle Erklärung des Thüringer Höhlenvereins: Presseerklärung

Lothar

September 2001, UNESCO-Biosphärenreservat Region Entlebuch:

Die UNESCO hat letzte Woche das Biosphärenreservat Entlebuch akzeptiert!
Artikel in Der Bund.

Rolf

1. bis 6. September 2001, Sägistal:

Saegistal 2001 im Schnee
Forschung im Schnee (Foto: Frank P.).
Vom 1. bis 6. September (geplant war bis 8. September) fand das Forschungslager im Sägistal statt. Mit angereisten 20 Höhlenforschern und Vermessern aus Deutschland, der Schweiz und Belgien war es wieder ein großes Lager. Leider wurden die schlechten Wetterprognosen vom Wetter selber immer wieder noch mehr unterboten, so daß Schnee und Eiseskälte zum vorzeitigen Abbruch des Lagers führten.

Trotzdem konnten einige kleine Erfolge erreicht werden: Im Oberländer wurden die tiefsten Teile vermessen und damit abgeschlossen. Nach dem vorläufigen Stand der Arbeiten dürfte damit das System ChessilochOberl änder die 500-Meter-Marke (Tiefe) leider gerade so verfehlen. Im L1 wurde wieder Neuland erschlossen, welches starken Luftzug hat und möglicherweise zum L3 Verbindung hat; der Skywalker, der 007 und der D24 wurden abschließend bearbeitet; im Hailänder war die angesetzte Räumung der Engstelle leider erfolglos. Die Seeschwinde wurde erstmals hinter dem Wasserfall befahren. Es schließt sich ein gut befahrbarer Mäander an, der weit unter die Schränni zieht und deren Befahrung auf offener Strecke wegen plötzlichem starken Regenfall abgebrochen werden mußte. Daneben wurde das Netz von Topo-Punkten im gesamten Sägistal vervollständigt und im D-Sektor Höhlenmundlöcher genau eingemessen.

Norbert

14. bis 20. Juni 2001, ISAAK-Treffen und Forschungslager Botchen (SCS):

Vom 14. bis 20. Juni 2001 fand auf der Botchenalm im Berner Oberland (Schweiz) das diesjährige ISAAK-Treffen statt. Obwohl der Anmarsch nur autofrei erfolgen kann, fanden sich immerhin 17 Höhlenforscher ein.

Am Freitag war die Botchenhöhle Objekt von zwei Befahrungen: unsere Taucher Markus Schafheutle und Bertram Ellrich erkundeten im Bereich Nirwana Siphongänge, unterstätzt durch mehrere "Sherpas". Die im letzten Jahr entdeckte "Allerletzte Hoffung" wurde teilweise vermessen. Die neu gefundenen Teile nähern sich immer stärker der "Spaßbadrutsche" an, zu der es offensichtlich eine genetische und hydrologisch aktive Verbindung gibt. Markus betauchte auch "Raphis Röhre", den einzigen Teil der Höhle, der unter das Niveau des Eingangsportals reicht. Er konnte dabei zwei Fortsetzungen ausmachen, die noch näherer Untersuchung bedürfen.

Gleichzeitig durchquerten vier Leute die gesamte Botchenhöhle vom Nebelloch bis zum großen Hauptportal, fotografierten und bauten die Schächte ein. Heftige Regenfälle in den folgenden Tagen machten den unteren Teil der Botchenhöhle jedoch unpassierbar. Als sich aus dem Portal ein großer Wasserfall ergoß, waren weitere Taucharbeiten zunächst unmöglich.

Das hatte aber den positiven Effekt, daß die von Lothar wie immer professionell geleitete ISAAK-Sitzung alle Höfos im Trockenen unter einem schützenden Dach vereinte. Als wesentlicher Beschluß ist zu erwähnen, daß die Arbeiten im Akkordloch beendet werden sollen. Um die Höhle in einen naturnahen Zustand zu versetzen, ist noch in diesem Jahr der Ausbau der eingebrachten Anlagen vorgesehen.

Der Sonntag wurde zu einer Wanderung über Harzisboden und Bättenalp genutzt. Die Suche nach dem Anfang der 90er Jahre von Holländern erkundeten Heimbalm-Schacht endete aber im Ungewissen. Möglicherweise ist eine noch mit Schnee gefällte Senke unweit der angegebenen Koordinaten die gesuchte Stelle. Eine koordinierte Prospektion und Kartierung mittels GPS erscheint hier notwendig.

Am Dienstag unternahm Markus im Endsiphon der Silexpromenade einen erfolgreichen Tauchvorstoß. Er drang mehr als 30 m in einem großen Gang vor, der sich durch große Dimensionen auszeichnet. Die Hoffnung auf weitere spektakuläre Entdeckungen in der Botchenhöhle ist also gegeben, allerdings nur für Höhlentaucher.

Kathleen & André

5. bis 10. März 2001, Bärenschacht (HRH-Tour):

Vom 5. bis 10. März fand eine HRH-Forschungstour im Bärenschacht statt. Ziele waren die weitere Einrichtung und Einweihung des Biwak 5, Erforschung und Vermessung von Neuland in der Zone Ecoulements Symetriques Interconnectes (ESI, beim Biwak 5) sowie Erforschung und Vermessung von Gängen im Bereich Glücksschacht (Zone Karstwasserlabyrinth, Biwak 1). An der Tour haben Rolf Kummer (SGH Bern), Silvia Schmassmann (SGH Lenzburg), Paul Medhurst (HFG Karlsruhe, ISAAK) und Norbert Marwan (ISAAK) teilgenommen. Insgesamt wurden 550 Meter Ganglänge vermessen.

Wegen schlechtem Wetter wurde der Einstieg auf Montag verschoben. Nach einem letzten Mahl im Restaurant Beausite in Waldegg begann die Tour mit dem Einstieg bis zum Biwak III. Am Dienstag ging es durch den künstlichen Tunnel am Siphon vorbei, über den 40er- und 60er-Schacht bis zum Biwak 1. Im Bereich des Glücksschachtes (Zone Karstwasserlabyrinth) wurden einige sehr schlammige Gänge erforscht (Propaganda-Gang) und u. a. eine Verbindung zur Galerie zum Biwak 1 gefunden.

Am Mittwoch stiegen wir zum Biwak 5 auf. Da der Dienstag sehr lang geworden ist (Vermessung bis weit nach Mitternacht), standen nur kleinere Arbeiten in der Zone ESI auf der Tagesordnung, wie Nachvermessen, Schachteinrichtung und Photographieren. Donnerstag und Freitag morgen wurden verschiedene Gänge und Ringschlüsse in der Zone ESI vermessen und gezeichnet. Freitag vormittag ging es wieder hinunter zum Biwak 1, wo wir den Anruf von Gregor mit den neuesten Meldungen über das Wetter erwarteten. Da die Schneeschmelze in vollem Gange war, verschoben wir den Aufstieg zum Biwak III auf den Samstag morgen. So blieb Zeit, den Bereich um den Glücksschacht nahezu vollständig abzuarbeiten.

Der Ausstieg am Samstag verlief ohne Probleme mit einem kleinen Zwischenstop im Biwak III. Die Tour endete mit einer "kleinen" Mahlzeit im Restaurant Regina und einem Kurzbesuch bei Peter Pfister.

Mit den vermessenen 550 m Neuland ist der Bärenschacht jetzt 57,6 km lang. Bei der Vermessung wurde konsequent vor- und zurückgemessen. Die damit erreichbare sehr hohe Qualität der Vermessung wurde durch die zahlreichen Ringschlüsse bestätigt und zeigt, daß sich der Aufwand lohnt.

Norbert/ Rolf

18. bis 23. Februar 2001, Tauchgang im Bätterich:

In der dritten Februarwoche führte Markus Schafheutle unter Unterstützung von Philipp Häuselmann drei Tauchgänge im Bätterich (Thuner See) durch. Dabei wurden zwei potentielle Möglichkeiten (neue Gänge) in -27 m Wassertiefe bzw. -70 m Wassertiefe entdeckt, die beide sedimentfrei und wahrscheinlich noch unbekannt waren.

Der eigentliche Grund der Tauchgänge war eine Orientierung, wie der Gang im hinteren Teil verläuft und eine Vermessung der Klüfte, in der dieser Gang liegt. Speziell im hinteren, tiefen Schacht wurden dabei neue Erkenntnisse gewonnen, die aus dem Plan von Cyrill Brandt (Stalactite 38, 1988) nicht hervorgehen: Es ist noch nicht endgültig geklärt, wo das Wasser des Bätterichs herkommt. Eine Möglichkeit könnte der in 70 m Wassertiefe entdeckte Schlot sein. Der Schlot setzt hinter dem tiefsten Punkt des Schachtes in der o. g. Wassertiefe an. Bei diesen Tauchgängen wurden auch viele Rillenkarren im tiefen Schacht entdeckt, die sich unterhalb der einzelnen Schichtfugen anschließen. Der optische Eindruck ist somit der gleiche wie im Gelben Brunnen, wo auch zwischen 55 und 70 m Wassertiefe Karren auftreten. Der zweite Gang (-27 m) liegt hinter dem ersten Tiefpunkt (-45 m) und ist wahrscheinlich nur die obere Verlängerung der Kluftspalte, die auch den bis dahin tiefsten Bereich bildet. Beide Gänge wurden nur eingesehen aber weder betaucht, noch vermessen.

Markus/ Norbert

Oktober 2000, ISAAK per WAP auf's Handy:

Bereits beim Einzug ins WWW gehörte die ISAAK zu den Pionieren und Wegbereitern von höhlenspezifischen Web-Seiten. Seit Sommer 2000 gibt es nun auch WAP-Seiten von ISAAK, die zu den ersten Speläo-WAP-Seiten überhaupt gehöhren dürften. Sie lassen sich z. B. mit Handy und Organizer abrufen. Dieses Angebot umfaßt die Termine, News, Kontaktadressen sowie die Infoseite zum Jahrestreffen.
http://isaak.org/wap.wml


Norbert

16. bis 23. September 2000, Rahovec (Kosovo, Jugoslawien):

In der dritten Septemberwoche haben sich André, Befö, Berni, Christian, Kathleen, Martin, Micha, Norbert und Rainer in eher ungewöhnliches Gebiet begeben: Auf Anfrage von Mitarbeitern des Technischen Hilfswerkes (THW) in Rahovec (Kosovo) erkundeten und dokumentierten wir eine Höhle in der Nähe von Malishevë im Kosovo.

Im Flußtunnel
Im Flußtunnel (Foto: Martin).
Die Höhle Shpella e Flladit (Schattenhöhle) in Nachbarschaft des Dorfes Panorc ist bei der einheimischen Bevölkerung seit langem bekannt. Während des Kosovo-Krieges diente sie als Partisanen- und Flüchtlingsversteck. Nun soll die Höhle auf Initiative der Einheimischen in einem Naturpark integriert werden. Daneben besteht aber auch die Idee, sie zur Wassergewinnung zu nutzen. Als Grundlage für mögliche Nutzungen erforschten und dokumentierten wir die Höhle und das umliegende Karstgebiet. Das mit dem Wiederaufbau im Kosovo beschäftigte THW unterstützte uns bei der Arbeit mit Fahrzeugen, Frühstück, Dolmetscher und Organisation. Die Höhle haben wir auf eine Gesamtlänge von etwa 950 Meter vermessen. Den Hauptteil der Höhle bildet ein horizontaler Flußtunnel, in dem nach Regenfällen ein Bach fließt. Daneben wurden mehrere fossile Gänge sowie ein Mäander gefunden. Fortsetzungen der Höhle befinden sich im Mäander und erwarten wir auch hinter zwei Siphons. Beeindruckend ist die kurze Ansprechzeit der Höhle auf Regenfälle. Bei der Erkundung des umliegenden Karstgebietes stießen wir auf zwei Ponore, die höchstwahrscheinlich mit der Höhle in Verbindung stehen.

Trotz der vielen Arbeit in der Höhle fanden wir etwas Zeit, einige Naturschönheiten des Kosovo (wie z. B. die größte Karstquelle Restjugoslawiens, die Quelle von Drini i Bardh = Beli Drim) und die politische und gesellschaftliche Situation kennenzulernen. Diese Woche Woche war für alle Beteiligten (für uns, für unsere kosovarischen Begleiter und für das THW) ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Wir möchten uns beim THW für die großzügige Unterstützung und Organisation vor Ort recht herzlich bedanken, ohne dessen diese Expedition gar nicht möglich gewesen wäre.

Norbert

12. bis 20. August 2000, Sägistal:

Sinterschmuck im L1.
Im L1.
Mit 22 Höhlenforschern (aus D, CH, B, GB) fand im August das bisher größte Forschungslager im Sägistal statt. Schwerpunkte der Arbeiten waren die Vermessungen der neu entdeckten Teile im L1 sowie eine ausgedehnte oberflächliche Vermessung von Topographie und Höhleneingängen mit Hand-GPS, Theodolit und DGPS. Im L1 gibt es immer noch offene Fortsetzungen. Es besteht dort die Hoffung auf eine Verbindung zum L3. Im Chessiloch wurde der erste Parallelschacht vermessen; im Oberländer wurde am Kopf des PP-Doms ein trockener Weg in die Tiefe erkundet und vermessen. Der Holländer wurde bis zur Verbindung mit dem Sauerländer befahren und vermessen und damit angeschlossen. Weitere Forschungen fanden im St. Orestloch und im Hailänder sowie in verschiedenen kleineren Objekten der Sektoren D und P statt.

Neben dem überaus erfolgreichen Lager entwickelten sich die Beziehungen zum neuen Hirten im Sägistal ausgezeichnet. Völlig ungewöhnlich hatte die gesamte Woche schönes Wetter.

Norbert

Ein kleiner Bericht aus Sicht der Suhler Höhlenforscher: www.speleo-club-suhl.de

5. bis 12. August 2000, Botchen:

Nach zweijähriger Pause wurde in diesem Sommer wieder auf Botchen geforscht. Zeitweilig waren bis zu 13 Personen an dem Lager beteiligt. Dank der Gastfreundschaft der Almeignerin stand wieder die Almhütte und die Seilbahn zur Verfügung. Unter den Teilnehmern dominierten die Thüringer, hinzu kamen zwei Taucher aus Baden-Württemberg.

Nach starken Niederschlägen am ersten Wochende, die zu Hochwasser im Giessbach ebenso führten wie zu einem Wasserfall (ca. 2 m3/s) aus der Eingangshalle der Botchenhöhle, mußte das Absinken des Wasserspiegels abgewartet werden, ehe 3 Vorstöße im Bereich des Nirwanabaches unternommen werden konnten. Insgesamt sind jetzt fünf bis zu 20 m lange Siphonstrecken bekannt. Über einem 14 m tiefen, dann aber verblockten Siphon ("Raphis Röhre") konnte der Nachweis einer tieferen, phreatischen Etage erbracht werden.

Außerdem wurden über Wasser abzweigende Gänge erkundet und vermessen. Die wahrscheinliche Verbindung des Nirwanabaches mit der Spaßbadrutsche konnte noch nicht geschlossen werden. Fototouren zwischen Eingangshalle und Skeletthalle sowie im Bereich Nebelhöhle und Oberer Tanzbär rundeten das Arbeitsprogramm ab.

André

Ein kleiner Bericht aus Sicht der Suhler Höhlenforscher: www.speleo-club-suhl.de

August 2000, HRH - Sieben Hengste Lager:

Das Sieben Hengste Lager hat Spaß gemacht. Alex arbeitet dort sehr systematisch. Fast alles ist auf dem neusten Stand. Wir haben hauptsächlich eine Shelter Pot bearbeitet. Schöne Höhle! Die Hauptgänge wurden in den 70ern von Engländern schon mal begangen, aber kaum dokumentiert. Wir haben bis auf eine Grabstelle, die zwar ziemlich bläst aber nicht weit blicken läßt und eine noch zu spitende Traverse alles abgeschlossen. Am letzten Tag gingen wir dann noch in einen Seitenast vom Grossen System. Das System ist zwar lang aber auf den Sieben Hengsten ist wohl alles ziemlich eng. Alex meinte, daß vom ganzen System vielleicht 10km bequem zu gehen sind. Ich hatte mir da etwas andere Dimensionen vorgestellt. Aber war auch so beindruckend. Einige Hallen, hohe Meander und mit perfekt geformten calcit kristallen ausgekleidete Decken.

Die Hütte ist auch echt schön und schön gelegen. Das Herbstlager wäre sicher zu empfehlen. Alex spricht sehr gut Deutsch und auch sonst haben sich alle sehr bemüht, aber manchmal hätte ich mir doch gewünscht, daß mein Französisch besser wäre.

Stefan H.

29. Juli bis 6. August 2000, GES Camp d'été du Schrattenflue
Ist der Grand Collecteur auf der Schrattenflue gefunden?

In der Bügeleisenhöhle wurde eine horizontale Passage mit einem riesigen Querschnitt von 17x15m und open end gefunden; im Schotter darunter rauscht ein Fluß.

Quelle: speleo-ch-Mailingliste
Bericht aus der Mailingliste anfordern (Anfrage-eMail unverändert abschicken; Beitrag kommt per eMail; Absender muß in der Mailingliste speleo-ch eingeschrieben sein)

Juni 2000, UNESCO-Biosphärenreservat Region Entlebuch (mit Schrattenflue als Kernzone):

Die Region Entlebuch strebt die Anerkennung der Region als UNESCO-Biosphärenreservat an. Diese Region wäre damit das erste Biosphärenreservat der Schweiz. Dieser Schutzstatus soll nicht den Menschen von der Natur aussperren, sondern die nachhaltige Wirtschaftsform im Einklang mit der Natur bewahren. In der Kernzone des geplanten Biosphärenreservates wird die Schrattenflue liegen.

Norbert

22. bis 25. Juni 2000, ISAAK-Treffen auf der Schrattenflue:

Gruppenbild ISAAK 2000
Bis zum Eintreffen der Schweizer am Samstag war das ISAAK-Treffen eine reine Herren-Runde. Auf dem Programm standen ein Besuch der Neuenburger Höhle, eine verregnete Schrattenflue-Wanderung sowie eine spontane Grabe-Aktion in einer bewetterten Doline in unmittelbarer Nachbarschaft des Blutschachtes.
Das nächste Jahrestreffen im Jahr 2001 findet wieder auf der Schrattenflue statt - hoffentlich mit größerer weiblicher Beteiligung.

Norbert

B O D E N L O S :

Die ISAAK-Publikation

Die dritte Ausgabe des Bodenlos ist fertig! Der Schwerpunkt liegt wieder im Sägistal.
Zu beziehen über Lothar Huber, Tulpenweg 1; D-76669 Bad Schönborn.

Norbert

Freitag, 7. März 2000, Druck des BODENLOS 3 wiederholt verschoben:

(Potsdam/ Dresden) Nachdem Anfang Februar das TU-Rechenzentrum in Dresden Opfer eines Hackerangriffs wurde und sich damit die Fertigstellung des fast vollendeten Heftes um mehrere Wochen verzögerte, sind nun unerwartet Probleme während der Druckvorstufe aufgetreten. Der Druck der Hefte konnte daher nicht freigegeben werden und wird sich um unbestimmte Zeit verzögern.

Norbert

Freitag, 18. Februar 2000 bis Dienstag, 23. Februar 2000, Ausfall unserer WWW-Seiten:

Der Zugang zu dem bisherigen Standort unserer WWW-Seiten wurde ohne Vorwarnung vom Netzwerkbetreiber gelöscht. Da es - wie immer bei solchen Ereignissen - am Ende der Woche war, konnten wir nicht sofort die Umleitung von Anfragen auf diese Seiten schalten lassen. Alle Dateien wurden am Wochenende von unserem Backup-System auf einen Rechner in Potsdam übertragen. Die Umschaltung der Adressen erfolgt hoffentlich bis 23. Februar.
Der Umzug wurde gleich genutzt, um die Seiten gründlich zu überholen. Viele Neuerungen sind aber nicht so offensichtlich sondern stecken im Detail. Oberste Devise soll auch weiterhin die Gewährleistung von schneller Ladbarkeit, geringer Datenmenge bei hohem Informationsgehalt und großer Übersichtlichkeit bleiben.

Norbert

14. bis 16. Januar 2000, Hölloch, Muothatal:

Am Freitag abend trafen wir uns (eine achtköpfige Truppe) in Muothatal im Gasthaus Höllgrotte. Ziel der zweitägigen Tour war die Unterstützung des Schweizer Photographen Urs Möckli, der zur Zeit an einem Buch zum 125 jährigen Jubiläum der Erforschung des Höllochs arbeitet. Ein wirklich bemerkenswerter Aspekt des Buches ist, daß es nach meiner Einschätzung einen wichtigen Beitrag dazu leistet, die Gräben zwischen dort arbeitenden Gruppen zu überbrücken.
Samstag morgen trafen die Kollegen aus der Schweiz ein. Gegen 10:00 Uhr begaben wir uns gemeinsam auf die Spuren A. Böglis. Die Tour führte uns zunächst durch den Schauhöhlenteil, dann durch den Keller und den Seengang in das Dombiwak. Auf dem Weg dorthin entstanden bereits die ersten Aufnahmen. Das erste Bild entstand an der bösen Wand und gab uns einen Vorgeschmack auf die weitere Tour: Leiter rauf, Leiter runter ... bis alles passte. Urs arbeitete dabei konsequent seine Liste der zu fotographierenden Objekte ab, deren Grundlage das redaktionelle Konzept des Buches ist.
Im Biwak angekommen haben wir den größeren Teil des Gepäcks abgelegt, uns installiert, verpflegt und für den zweiten Teil des Tages gerüstet. Der weitere Weg führte uns in die Galerie de 1001 Nuits. Gegen 23:00 Uhr waren wir im bemerkenswert komfortablen Dombiwak zurück. Renalds Gulasch war ausgezeichnet. Dank Sitzbänke mit Rückenlehne und erwärmenden Getränken hielt die spätabendliche Runde trotz müder Knochen noch weit bis in den neuen Tag hinein. Am Sonntag morgen gings dann nach gemütlichem Frühstück weiter. Gegen 15:30 Uhr stiegen wir aus und beendeten die Tour in der Höllgrotte.
Ich bin sehr gespannt auf das Buch, das voraussichtlich im Juni erscheinen wird.
Infos, einen Plan und Bilder zum Hölloch gibts unter

Lothar

29. bis 31. Oktober 1999, Schrattenflue:

Die Tour in Schrattenflue war erfolgreich. In großer Gruppe (7 Schüler, 1 Lehrer und 5 Begleiter) gings nach kurzer Einkehr bei der Keksfabrik in Trubschlachten (sehr empfehlenswert) bei herrlichem Herbstwetter gegen 8:30 Uhr hoch in die Schrattenflue. In einer ca. 12-h-Tour wurden in drei Teilgruppen verschiedene Ziele verfolgt:
Vorstoßvermessung im Réseau Aellen, Photodokumentation sowie Probenahme und Analyse von Höhlenwässern und einer Schneeprobe. Die Tour verlief nahezu plangemäß und war deshalb durchweg erfolgreich. Der Rückweg ging dann über einen erst kürzlich entdeckten, jedoch mühsameren Weg.
Am Sonntag wurden die Daten in Tonis Restaurant gesichtet, gesichert und ausgewertet; es gab noch einen Vortrag zum Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht - und es wurden Pläne für das nächste Jahr geschmiedet.

Lothar

11. bis 18. August 1999, Sägistal light:

Georg im Mundloch des L1.
Nach dem Durchbruch im L1.
Das diesjährige light-Forschungslager stand im Zeichen vieler Neuerungen und Änderungen: Dunkel auch ohne Höhle (Sonnenfinsternis in Karlsruhe), Anmarsch über Iseltwald, Übernachtung im Stall, richtiges Klo (mit idyllischem Blick zum Schwabhorn), Kontakte zu den Fischern, Baden im See, kein Heli-Flug... - das Ergebnis war aber nicht so light wie erwartet. Es wiegt schwer! Im L1 gelang der Durchbruch! Die Folge ist eine weit ausgestreckte horizontale Höhle, die man mit solch einer Dimension dort nicht erwartet hatte. Der Gang weitet sich auf einer Strecke von über 50 Metern bis zu 6 Meter Höhe und 8 Meter Breite. Die Fortsetzung ist aber ein riesiger Schacht, in den man über einen Seitengang, der mitten in der Schachtwand rauskommt, erreicht. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Fortsetzungen und auch einen heftigen Luftzug, die nun Spekulationen über eine mögliche Verbindung mit dem Oberländer mehren. Einen Haken hat natürlich die neue Höhle: bevor man in die geräumigen Teilen kommt, muß der Höhlenforscher erstmal durch ein Desinfektionsbad kriechen, welches etwa 10 Zentimeter hoch aus sehr dünnflüssigem Lehm besteht und mit Sicherheit die Kombi auch von innen einsaut. In der Höhle wurden die Vermessungsarbeiten auf offener Strecke wegen Zeitmangel abgebrochen. Mit dem neuen Anemometer wurden die Windgeschwindigkeiten und Temperaturen in der Höhle ermittelt.
Neben den Arbeiten im L1 wurden die Nacharbeiten im Alpvogtloch weitergeführt (Vermessung, Zeichnen). Damit ist jetzt ein Stand erreicht, der es zuläßt, einen kompletten Plan vom Eingang bis zur Entschädigung zu zeichnen.
Teilnehmer: 4 (!) Leute (eben light)

Norbert

24. bis 31. Juli 1999, Bärenschacht (HRH-Tour):

Vom 24. Juli 1999 - 31. Juli 1999 fand eine von Rolf organisierte Tour in den Bärenschacht statt. Der siebenköpfigen Gruppe gehörten auch Paul und ich an.
Die ersten drei stiegen bereits am Samstag, den 24.07.99 ein, wir folgten am Montag, nachdem wir weiteres Gepäck aufgenommen hatten. Nach Schachtabstieg, Siphon und Schachtabstieg stießen wir auf dem Weg zum Biwak auf die anderen.
Als es am nächsten Morgen hell wurde (Fredy nahm seine Karbidlampe in Betrieb), starteten für uns die Forschungsaktivitäten. Paul und ich hatten die Aufgabe, einige Karabiner entlang der Strecke zum Biwak zu tauschen und eine bekannte, nicht vermessene Verbindung in der sonst bereits abgearbeiteten Zone aufzunehmen und zu zeichnen.
Am nächsten Tag stand die Nachvermessung des großen Schachtes (40 und 60 m) und der sich unter dem Geröll anschließenden Passagen hin zum Karstwasserlabyrinth an. Da uns in den Schächten grundsätzlich das Wasser lautstark begleitete, war die Kommunikation nur mit Funkgeräten möglich. Der mit dem Wasser einher gehenden Kälte versuchten wir mit Wärmebeuteln zu begegnen (was besser funktionierte, als erwartet - die nächste längere Vermessung nur noch mit Wärmebeutel). Der Rückweg führte uns durch das beeindruckende Karstwasserlabyrinth.
Der Donnerstag führte uns in die Zone Jessica. Dort galt es, einige vermutete Verbindungen herzustellen, die dabei vermessenen Ringschlüsse helfen sicherlich bei der Feinjustierung der Gesamtvermessung. Der letzte Forschungstag führte uns zurück in den Glücksschacht, wobei wir uns in zwei Gruppen auf unterschiedlichen Wegen auf einen Punkt zu bewegten, um die vermutete Verbindung einzurichten und zu vermessen. Leider mußten wir dieses Vorhaben auf einer sehr instabilen Rampe am Kopf eines Schachtes abbrechen.
Während Paul und Rolf die Nacht nochmals im Biwak verbrachten, stieg ich mit Fredy zum Biwak II oberhalb des Syphons auf. Der Ausstieg erfolgte dann am Samstag, die Tour beendeten wir im Hotel Regina.
Ergebnisse der Tour nach Rolfs Auswertung der Daten: 400 m Neuland und 300 m Nachvermessung. Die Gesamtlänge des Bärenschachts steht jetzt bei 52,2km!
Und was auf jeden Fall erwähnt werden muss: Rolfs Küche ist erstaunlich abwechslungsreich und absolut zu empfehlen.

Lothar

Nachtrag: Weitere Touren mit unterschiedlichem Erfolg fanden während des Sommers statt, die Gesamtlänge ist zwischenzeitlich auf über 54 km gewachsen.

3. und 4. Juli 1999, Sägistal:

Bei der Topo-Tour im Sägistal fand man noch eine Menge Schnee vor. Trotzdem wurden feste Vermessungspunkte gefunden und im Sektor M etliche Hilfspunkte gesetzt und vermessen. Die Topographie wird nun auch komplett digitalisiert. Damit wird in Zukunft das genaue Einmessen der Höhleneingänge und die Kartenerstellung kein Problem mehr sein.

Norbert (nach Auskunft von Michael)

3. bis 6. Juni 1999, ISAAK-Treffen auf Grebenzen (Steiermark):

Trotz einem Tag Regen war das ISAAK-Treffen in der wunderschönen Landschaft der Steiermark erholsamster Urlaub. Neben Organisatorischem gab es zahlreiche Diavorträge, einen sehr interessanten Vortrag über die Höhlen der Steiermark und natürlich auch zwei, jede auf ihre Art sehr imposante Höhlen zu besichtigen. Das nächste Jahrestreffen im Jahr 2000 findet mal wieder im Arbeitsgebiet der ISAAK statt: in der Schweiz auf der Schrattenflue.

Norbert

Pfingsten 1999, Akkordloch:

Wegen unsicherer Wetterlage in höheren Regionen nutzen wir das Pfingstwochenende, um im Akkordloch nach dem Rechten zu schauen.
Nach fast einjähriger Pause gab es einige Wartungsarbeiten vorzunehmen und den Iststand in Augenschein zu nehmen. So konzentrierten sich die Arbeiten zunächst auf die Reparatur von Elektrik (gestützt von einem halben Fax) und Vordach (gestützt von halben Baumstämmen).
Die massiven Regenfälle und Schmelzwässer der letzten Wochen führen uns die augenblickliche Wasserkapazität des Akkordlochs eindrücklich vor Augen. Interessant hierbei war, dass erstens die grosse Querkluft wieder schüttete und zweitens der Endversturz auch nach längerer Grabpause durchlässig blieb (d.h. nicht wie wir es von früher her gewohnt waren durch feine Sedimente nach und nach verplombte).
Am Pfingstsonntag stiess dann Alex Hof mit Familie und elektronischen Theodolithen zu uns. Die Vermessung gestaltete sich dann doch länger als erwartet. Dank der unerschöpflichen Ausdauer von Florian und Alex konnte die Vermessung erfolgreich abgeschlossen werden. Damit liegen uns nun trotz Eisenschienen exakte Vermessungsdaten und hoffentlich bald auch ein exakter Plan vor ... und ich kann sagen, mit dem Theodolithen auch einmal in einer Höhle gearbeitet zu haben.

Lothar

B O D E N L O S im Internet:
Titelbild BODENLOS

Nun gibt es auch eine Internet-Version des Bodenlos. Die Artikel stammen aus den ersten beiden Bodenlos sowie aus dem künftigen Heft 3. Sie soll vor allem Werbezwecken dienen.

Norbert

B O D E N L O S :

Die ISAAK-Publikation

Die zweite Ausgabe des Bodenlos ist fertig! Der Schwerpunkt liegt diesmal im Sägistal.
Zu beziehen über Lothar Huber, Tulpenweg 1; D-76669 Bad Schönborn.

Norbert

19. und 20. September 1998, Sägistal:

Am 19. und 20. September fand eine Befahrung des Alpvogtlochs im Sägistal statt. Dabei wurde die Vermessung aus dem Jahre 1989 wieder aufgenommen und bisher noch offene Fortsetzungen prospiziert. Vom Boden der Halle führen drei Fortsetzungen weiter. Eine davon führt aufwärts, die beiden anderen weiter in die Tiefe. Der aufwärts http://www.isaak.org/http://www.isaak.org/gerichtete Gang führt nach Norden und wird nach ca. 150 m abrupt von einer Verwerfung abgeschert. Eine passierbare Fortsetzung gibt es nicht. In südlicher Richtung führt der Gang in eine flache Spalte, deren Fortsetzung nach rechts abknickt und sehr eng wird. Die Prospektion bleibt schmalen Höfos vorbehalten. Die Fortsetzung der Halle führt in östlicher Richtung in einen Mäander, der nach ca. 70 m unerwartet nach rechts abknickt. Eine weitere Befahrung bleibt wiederum nur schmalen Höfos vorbehalten. Das Wasser aus der Halle fließt in den Mäander. Am Boden der Halle und in den Fortsetzungen konnte keine eindeutige Luftströmung wahrgenommen werden.

Lothar

August 1998, Sägistal:

Großes Forschungslager fast zwei Wochen lang! Leider wirkte das miese Wetter und der diffuse Charakter der Gruppe (von anfänglich 11 Leuten waren zum Schluß nur noch 4 übrig!) sowie das Hauptziel, die noch offenen Aufgaben in den nur teilweise bearbeiteten Höhlen zu erledigen (welche ja nicht gerade die schönsten waren: Nachvermessungen, Nachzeichnen, Höhlenbeschreibungen und Dokumentationen) so ziemlich demotivierend. Aber jetzt wissen wir es genau: Im Chessiloch gibt es zwischen -150 und dem Endpunkt in -240 keine weitere Fortsetzung. Fortsetzungen nur noch in den oberen Teilen, die teilweise nun auch angegangen wurden. Im Oberländer verringern sich auch die Fragezeichen und auf der Schränni wurden ebenfalls drei Höhlen (Hai- und Bauländer, Nektarinenschacht) bearbeitet.

Norbert

Pfingsten 1998, Sägistal:

Im Oberländer (Sägistal) konnten an einer Kurztour über ein verlängertes Wochenende (Anfang Juni) mehrere Fortsetzungen erkundet werden. Der Eingang war recht schnell von dem noch reichlich liegenden Schnee befreit worden.
Die tiefen Teile waren aufgrund des Wassers nicht erreichbar, jedoch zeichnen sich trockene Umgehungen für die schlimmsten Stellen ab.

Hajo

B O D E N L O S :

Die ISAAK-Publikation

Endlich ist die erste Publikation der ISAAK fertig und beziehbar. Der Schwerpunkt des ersten Heftes liegt auf der Axalp und dem Giessbachtal.
Zu beziehen über Lothar Huber, Tulpenweg 1; D-76669 Bad Schönborn.

Norbert

21. bis 24. August 1997, Sägistal:

10 Jahre ISAAK im Sägistal?

Mundloch vom Kuschelloch
Das Kuschelloch.
Teilnehmer: Kathrin Leuschner und Georg Henninger
Räumung und Vermessung des Kuschellochs Sektor A: Mäander ähnlich St. Orestloch bzw. Alpvogtloch, nach wenigen Metern unschlufbar eng. (Länge 15m, Tiefe -6m)
Prospektion im Eingangsschacht des Hailänders Sektor D1

Georg

7. bis 10. August 1997, Axalp-Lager im Rahmen des UIS-Kongresses/ Botchenhöhle:

Otto mit Geologenkompaß in der Höhle.
Otto beim Vermessen von Klüften.

Obwohl die angemeldeten Gäste nicht gekommen sind, gab es viel Spaß und Gällendloch und Botchenhöhle wurde ein Besuch abgestattet. Außerdem wurden auf der Axalp ein paar neue Löcher entdeckt, die aber momentan wenig hoffen lassen (man muß graben - puh!). Da nun keine Gäste dabei waren, konnte der Botchenhöhlenbesuch gleich zum Tauchen des Siphons genutzt werden.

Außerdem war ja auch noch das offizielle Botchenalmlager in der selben Zeit. In der Höhle wurde geologische und fotografische Dokumentation betrieben und die restlichen, liegengebliebenen "Leichen" beseitigt. In der Steilwand des Giessbachtales konnten durch Abseilen an selbiger Wand auch noch einige Löcher inspiziert werden - leider auch nichts.

Norbert

25. bis 27. April 1997, 9. ISAAK Jahrestreffen in Oberschmeien:

Im schwäbischen fand diesmal das ISAAK Jahrestreffen statt. Bei feuchtem Wetter und leckerem Essen wurde viel diskutiert und die Weichen fuer die Zukunft von ISAAK gestellt. Neben einigen Änderungen der Ethik und dem Beschluss eines eigenen Publikationsorganes namens "Bodenlos" sind nun auch die Termine für die diesjährigen Forschungslager festgelegt. Das nächste Treffen - das Jubiläumstreffen 10 Jahre ISAAK - wird vom 1. bis 3. Mai 1997 in Thal (Thüringen) stattfinden. Themenschwerpunkt kann natürlich nur sein: FEIERN!

Norbert

13. bis 15. Dezember 1996, Akkordloch:

Neues von der Grabfront: der große Stein ist geräumt und es wurde etwas nach oben weitergegraben. Ein Ende ist aber noch nicht abzusehen. Man überlegt, ob man sprengen oder mit Wasser spülen soll.

Georg/ Norbert

29. November bis 1. Dezember 1996, Akkordloch:

Die Grabung mußte abgeblasen werden – zu viel Schnee!
Nächste Tour am Wochenende vor Weihnachten.

31. August bis 7. September 1996, Botchenalp:

10 Teilnehmer (v.a. SHL und KA), davon 2 Taucher.

Trotz intensivster Bemühungen:

konnte die erhoffte Fortsetzung nicht gefunden werden. Als Ergebnis stehen nur der Nachweis, daß Seekammer und Fraktalhalle einen Verbindungssiphon haben und daß sich hinter dem Nirwana-Siphon der Gang in Richtung Rutsche fortsetzt. Wir werden jetzt erstmal bei LENIN nachlesen: Schto delatch?

André

September 1996, Unterseen:

Rote Kiste auf Schienen.
Moderne Umladevorrichtung im Akkordloch.

Akkordloch: Nie waren wir so dicht vorm Durchbruch wie heute!

Im Akkordloch ist von den Technikern eine High-Tech-Umladestation für die zweite Förderwagenstrecke gebaut worden. Die letzte Grabung im September endete an einem Versturz aus großen Blöcken, der aber Hoffnung auf baldigen Durchbruch verspricht.

Norbert

5. September 1996, Tragödie im Sägistal:

Bei einem Einsatz der REGA ist im Sägistal ein Heli der BOHAG abgestürzt. Der Heli stürzte auf die Schränni und rutschte anschließend in den Schafstall neben der Sennerhütte am Sägistalsee. Für die drei Insassen kam jede Hilfe zu spät.

Blick

August 1996, Sägistal:

Kühe mitten zwischen Zelten.
Belagerungszustand im Sägistal.

Dieses Jahr gelang nun der Zusammenschluß des Oberländers mit einer anderen Höhle - zu aller Erstaunen allerdings nicht wie vermutet mit dem Sauerländer, sondern mit dem Chessiloch!

Auf der Schränni wurde im Sektor D eine immerhin 35 Meter tiefe Spalte (Buchenschacht) gefunden und bearbeitet. Auf dem Schachtboden fand man Blätter von Rotbuchen!!!

Norbert

August 1996, Tällistock:

Lager und trübes Wetter zwischen nackten Felsen.
Biwak am Tällistock.
Wie schon fast aus Tradition, hat das Wetter dem Lager wieder einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Außer einer aufregenden Nacht nach einem teuflischen Gewitter in über 2000 Meter Höhe, zwei Berwächtern auf der Suche nach zwei vermißten deutschen Touris und einer wunderbaren Wetterküche, gab es nur Prospektion und für Hajo wenigstens einen Schacht.

Norbert

Juni 1996, Schrattenflue:

Roman Hapka und seine Mannen haben am Sonntag nach dem Eröffnungsspiel der Fußball-EM im Réseau Mundial (hinter der Galèrie des Bricelets) 400 Meter Neuland erforscht, und was für welches!

Endlich - immer vermutet und lange gesucht: Der Gang führt uns entgültig raus aus dem Böli direkt unter die Schrattenflue-Platte. Entgegen der Fließrichtung führt der Weg am Bach entlang in einen großen Saal: das "Wembley Stadion". Der Rückweg wurde extrem naß: HOCHWASSER, sowohl im Réseau du Canyon als auch in der Galèrie des Bricelets - also VORSICHT.

Lothar