Skywalker M24

Mundloch von Westen.
Mundloch von Westen.

Status

abgeschlossen, keine Fortsetzung

Publikation

Plakette

1999?

Zugang

Der Eingang vom M24, Skywalker, liegt in der Flanke der Falte 7, ungefähr fünf Meter über dem Wandfuß oberhalb der Hügel aus Mergelschiefer, ca. 100 m östlich des Oberländers. Der Wandfuß ist mit einem Steinmann gekennzeichnet. Der Eingang liegt an einem markanten Grasband hinter einer Felsschuppe und ist vom Wandfuß nicht zu sehen. Markant ist eine Störung, die etwa drei Meter rechts vom Eingang durch die Wand zieht. Der Aufstieg zum Eingang kann frei geklettert werden.

Name

Der Name stammt von den ersten Befahrungen, die ohne Einrichtung durchgeführt wurden.

Erforschungsgeschichte

Die Höhle wurde bereits im Lager 1991 gefunden, befahren und vermessen, leider gingen alle Unterlagen verloren. Trotz intensiver Suche wurde die Höhle erst wieder im Lager 2000 gefunden, markiert und photographiert, sowie der Eingang mit dem Theodolit eingemessen (MP südwestlich über Eingangsröhre).

Im Lager 2001 wurde die Höhle befahren, nachvermessen und gezeichnet.

Beschreibung

Das Mundloch befindet sich in einem Grasband inmitten der Wand der oberen südlichen Falte des Sägistales (Falte 7). Es zeigt ein nahezu kreisrundes Profil, welches im unteren Bereich mit Sedimenten angefüllt ist. Der Eingangsbereich verläuft parallel zur Felswand in Richtung Osten und fällt nur flach ab. Der Boden ist mit Schotter und größeren Steinen bedeckt. Das Profil hat schwankende Abmessungen von im Mittel einem Meter, so daß man nur kriechen bzw. krabbeln kann.

Nach etwa sechs Metern macht der Gang einen leichten Knick nach rechts. Links geht ein kleiner Gang ab, der jedoch sofort zu eng wird und außerdem mit Geröll verfüllt ist. Der Hauptgang verengt sich hier ebenfalls und beginnt, steiler abzufallen. Der Schotter auf dem Boden wird merklich weniger. Nach weiteren vier Metern knickt der Gang wieder nach rechts ab und verläft nun nahezu genau nach Süden. Ab hier findet sich nur noch sehr wenig Schotter auf dem Boden. Das Profil des Ganges zeigt im oberen Bereich eine typische phreatische Ellipse und ist im unteren Bereich vados erodiert worden, so daß sich an manchen Stellen schöne Schlüssellochprofile gebildet haben.

Der Gang verläuft auf lange Strecken gleichförmig ohne weitere Besonderheiten. Er zieht im Einfallen der Schichten von etwa 50 g in die Tiefe. Ein Seil ist nicht notwendig, da alles kletterbar ist. Nach 14 und 24 m vom Eingang befinden sich Kletterstellen zwischen zwei und drei Metern Tiefe, die sich jedoch gut klettern lassen. 34 m vom Eingang verändert sich das Profil plötzlich zu zwei übereinanderliegenden Röhren von einem knappen Meter Durchmesser, die nach etwa zwei Metern wieder zusammentreffen und das gesamte Gangprofil bilden.

Nach ungefähr vier Metern teilt sich der Gang wieder in eine größere, steil nach unten fallende Röhre sowie eine kleinere, die sich oben an der Decke weiterzieht. Die größere Röhre läßt sich nach unten abklettern und führt in einen kleinen Raum, in den auch die obere Röhre an der Raumdecke einmündet. Mit diesem Raum endet der Skywalker. Der Boden ist mit feinen Sedimenten (Schluff, Sand, wenig Steine) sehr gründlich verfüllt. An den Wänden etwa 80 cm über dem Boden zeigen Staumarken den Rückstau von Wasser an. Eine Grabung scheint wenig sinnvoll. Luftzug ist nicht vorhanden. In der Kammer sind zwei sich kreuzende Störungen gut zu erkennen, die wahrscheinlich der Grund für das Entstehen dieser Kammer sind. Sie streichen mit 180 g und 50 g.

Bilder

Sabine im Eingangsbereich (Foto: Norbert).
Sabine im Eingangsbereich (Foto: Norbert).

Pläne/ Vermessungsdaten

Grund- und Seitenriß: SVG, PDF
Vermessungsdaten: Toporobot, HTML

Befahrungsberichte

Sonntag 2.9.2001

Bernard Grandmont, Rolf Kummer, Norbert Marwan, Sabine Siegenthaler

Skywalker, dieser Name tönt verheissungsvoll: »Er ist nicht weit vom Oberländer weg ... mit einem Steinmännchen gekennzeichnet ... 90m tiefer Schacht, der sich korkenzieherartig in die Tiefe windet! ... es gibt leider keine Daten mehr davon ...«

Norbert, Bernard, Sabine und ich haben uns auf die Suche gemacht und den wunderschön, versteckten Eingang nach etwas mehr als einer Stunde suchen gefunden. Dabei haben wir die Speleosäcke keine 15m davon deponiert gehabt und wären fast in das Steinmännchen reingelaufen.

Und los ging's, ich kroch schnell in das Röhrchen rein, bis es steiler wurde und ich einige Spits fand. Das einzurichten überliessen wir Bernhard, während Noki mit zeichnen begann und ich mit Sabine die Vermessung übernahm. Das Loch ist noch witzig, Bernard merkte relativ rasch, dass man im Prinzip die ganze Höhle klettern kann. Sie besteht nicht aus vertikalen Schächten, sondern aus einer ca. 35m tiefen, körpergerechten, phreatischen Röhre, die zwischen 60 und 70g auf der Schichtung einfällt. Mit 90m-Schacht war also nix. Die Röhre endet abrupt auf einem Lehmboden, nichts zu wollen. Aber es gab eine schöne Tour und wir haben das Skywalkerlein abgeschlossen. Nun sollte einfach Norbert auf keinen Fall einer Sekte beitreten, jedenfalls nicht bevor er die Daten und den Plan abgeliefert hat!!!

(Auszug aus Rolfs Bericht zum Sägistal-Lager 2001)



Erstellt: Norbert Marwan, 30. September 2001
Ergänzt: Norbert Marwan, 1. Oktober 2001
Norbert Marwan, 5. November 2001 (nach Ergänzungen von Michael Huber)
Norbert Marwan, 15. November 2001 (Tourenbericht eingefügt)
Norbert Marwan, 13. Januar 2002 (Vermessungsdaten eingefügt)
Norbert Marwan, 31. Dezember 2002 (Gliederung vertauscht)
Norbert Marwan, 21. August 2006 (Koordinaten Eingang, Struktur ergänzt)